Medwed verliert koffer – und droht miami-aus ohne schläger

Daniil Medwed steht wieder mit leeren Händen da. Diesmal nicht, weil er verloren hat – sondern weil United Airlines seine Taschen in der Wüste von Kalifornien liegen ließ. Der Finalist von Indian Wells wirft der Fluggesellschaft auf Instagram einen SOS-Post hin: „Ich brauche meine Rackets, ich muss spielen!“

Vom iran-angriff bis zum kofferchaos – seine reise wird zur odyssee

Vom iran-angriff bis zum kofferchaos – seine reise wird zur odyssee

Nur zehn Tage brauchte der Russe, um von Dubai nach Indian Wells zu kommen. Grund: Raketenangriff auf die Stadt, Flughafensperrung, sieben Stunden Taxi nach Oman, Zwischenstopp in Istanbul, Chauffeur vergisst Pass – ein Trip, der selbst Homer grau werden ließe. Dafür spielte er sein bestes Turnier seit Monaten, schmiss Carlos Alcaraz raus und stand am Ende gegen Jannik Sinner auf dem Court.

Doch die Erleichterung währte kurz. Beim Weiterflug nach Florida ging der Kreislauf wieder los: Maschine landet, Gepäck bleibt. Kein Schläger, keine Schuhe, keine Schweißbänder. Medwed taggt United – und kassiert 24 Stunden Funkstille. Die Konsequenz: Er droht, das Masters 1000 in Miami zu verpassen, falls die Taschen nicht bis Montag auftauchen.

Die Ironie: Gegen Gegner läuft es, gegen Airlines nicht. Seit dem Kriegsstart in der Ukraine hat der ehemalige Weltranglistenerste seine Heimatbasis Moskau aufgegeben und pendelt zwischen Monaco, Dubai und den Turnierstädten. Je mehr Länder er anfliegt, desto öfter bleibt sein Gepäck auf der Strecke. Statistisch gesehen: 1,4 verlorene Koffer pro Saison, Tendenz steigend.

Die Zahlen des ATP-Alltags: 23 Stunden Reisezeit für 1.568 km Luftlinie, 38 °C Hitze in der Wüste, 0 Schläger in der Hand. Und trotzdem ist Medwed bereit, auf dem Beton von Miami erneut zu punkten – wenn er denn endlich seine Ausrüstung ausgepackt kriegt.

United meldet sich inzwischen privat, verspricht Eilverfahren. Doch der Druck sitzt: Eröffnungsmatch in Miami am Mittwoch, Draw steht, Gegner wartet. Keine Zeit für ein weiteres Roadmovie. Für Medwed zählt nur ein Motto: No excuses – nur Siege. Und die holt man eben mit oder ohne Koffer. Die Tour wartet nicht, selbst wenn die Airlines es tun.