Medaillen-chaos in cortina: technik-panne raubt leonie walter podest-chance
Ein Defekt, der Geschichte macht. Leonie Walter stand am Schießstand, das Visier auf Gold – und ihr Gewehr versagte. Die 22-Jährige schoss in der Sprint-Verfolgung nicht nur gegen die Konkurrenz, sondern auch gegen ihre eigene Ausrüstung. Jetzt prüft die Jury, ob die deutsche Biathletin trotzdem noch Bronze erhält. Die Entscheidung könnte die Medaillenbilanz der Paralympics 2026 in Mailand/Cortina komplett umkrempeln.
Technik-panne überschattet deutsches biathlon-debakel
Die Nerven lagen blank. Walter, Kazmaier, Recktenwald – allesamt liefen sie an einem Podestplatz vorbei, weil das Material versagte. Kein Kommentar, keine Erklärung, nur das dumpfe Gefühl, dass da jemand die Kontrolle verloren hat. „Das darf auf dieser Bühne nicht passieren“, sagte ein Teammitglied anonym. Die Jury sitzt seit Stunden in Beratung, die Athleten warten auf Gerechtigkeit.
Marco Maier konnte wenigstens teilweise für den Frust entschädigen. Mit drei Fehlern am Schießstand holte der Oberstdorfer trotzdem Bronze – ein Kraftakt, der seine Klasse unterstreicht. Jiayun Cai aus China sicherte sich Gold, indem er auf der Zielgeraden noch den Ukrainer Grygorii Vovchynskyi abfing. Dramatik pur.

Anja wicker bleibt konstante im deutschen team
Während andere straucheln, liefert Anja Wicker ab. Bronze in der Sprint-Verfolgung – ihre dritte Medaille bei diesen Spielen. Fehlerfreies Schießen, 1:06 Minuten hinter der US-Amerikanerin Kendall Gretsch. Eine Leistung, die angesichts der chaotischen Bedingungen noch wertvoller ist. Andrea Eskau wurde Siebte, bleibt aber eine Führungsfigur im Team.
Die Stimmung im Lager ist gemischt. Freude über die Medaillen, Wut über die Technik-Panne. „Wir sind nicht hier, um Pech zu haben“, sagt ein Betreuer. „Wir sind hier, um zu gewinnen.“

Schmiedt verpasst traum-platzierung – und kritisiert termin-wirrwarr
Christian Schmiedt wollte unter die besten Acht. Er wurde Zehnter. Der Banked Slalom, erstmals bei Paralympics dabei, wurde wegen Wettervorhersagen vom Samstag auf Freitag vorgezogen. Viele Fans konnten ihre Reisepläne nicht mehr umbuchen. „Ich wäre auch bei Hagel gefahren, wenn mehr Zuschauer da wären“, sagt Schmiedt. Ein Statement, das die Frage aufwirft: Wem nützt dieser Termin-Wahnsinn?
Am Sonntag folgt der Slalom. Schmiedt will alles riskieren. „Wenn ich wieder rausfliege, dann ist es so. Aber ich fliege mit Stil raus.“

Sturzserie im riesenslalom: glötzner und gensert erleben albtraum
Christoph Glötzner wollte Geschichte schreiben. Er schied aus. Wie 15 andere Monoskifahrer im ersten Lauf. Der Kurs in Cortina war ein Pulverfass: weich, tief, unberechenbar. „Mehr Speed, weniger Richtung“, sagt er mit Galgenhumor. Leon Gensert hatte sich nach einem Schlüsselbeinbruch fast nicht qualifiziert – und flog trotzdem raus. „Es war für alle extrem schwer“, sagt er. „Aber ich werde es nochmal versuchen.“
Die Forderungen nach einer Verlegung der Paralympics werden lauter. Zu viele Stürze, zu viele technische Probleme, zu viel Glück statt Können. Die Athleten fordern Klarheit – und eine Bühne, die Leistung belohnt, nicht Zufall.
Die Spiele gehen weiter. Aber der Ruf nach Gerechtigkeit bleibt. Und Leonie Walter? Sie wartet noch immer auf ihre Bronze.
