Mcilroy kehrt zurück: kann er augusta endgültig bezwingen?
Ein Jahr nach seinem Triumph in Augusta steht Rory McIlroy erneut am Start des Masters – und diesmal lastet kein weiterer Karriere-Grand-Slam auf seinen Schultern. Stattdessen geht der Nordire mit neuem Selbstvertrauen und einer klaren Zielsetzung an den Tee.
Die last ist abgefallen: mcilroys emotionale achterbahnfahrt
Die Bilder von McIlroys emotionalem Zusammenbruch nach seinem Sieg im vergangenen Jahr sind noch lebendig. Der Triumph, der nach jahrelanger Durststrecke endlich den Karriere-Grand-Slam perfekt machte, hatte den 36-Jährigen sichtlich mitgerissen. Doch die Erleichterung währte nicht lange. In den Monaten danach lief es für McIlroy alles andere als rund. Keine Befreiung, keine neuen Erfolge – lediglich die Erkenntnis, dass man nach dem „Everest“ wieder ins Tal zurückkehren muss, um einen neuen Gipfel zu erklimmen.
„Ich habe meinen Everest im April bestiegen, und wenn man so etwas macht, muss man auch wieder runterkommen und sich einen neuen Berg zum Besteigen suchen“, erklärte McIlroy selbst. Diese Metapher trifft den Nagel auf den Kopf: McIlroy musste sich nach dem überwältigenden Erfolg erst einmal wieder sammeln, bevor er seine Konzentration auf neue Ziele lenken konnte. Die Pause von neun Monaten ohne Majors scheint ihm gutgetan zu haben.

Selbstvertrauen statt druck: mcilroys neue mentalität
Nun geht es zurück nach Augusta, und diesmal ist die Situation anders. McIlroy ist nicht mehr der Spieler, der unter dem Druck eines unvollständigen Karriere-Grand-Slams stand. Stattdessen hat er die Chance, den Titel zu verteidigen – etwas, das ihm als erst vierter Spieler in der Geschichte des Masters winkt. „Das Schöne daran ist jetzt, dass es nicht mehr heißt: ‚Komm schon, Rory, du schaffst das!‘, sondern: ‚Zwei Siege hintereinander‘. Das hat eine wirklich positive Bedeutung“, so McIlroy.
Dieses Umdenken spiegelt sich in seiner aktuellen Einstellung wider. Er ist selbstbewusst und glaubt an seine Fähigkeiten. „Ich weiß, dass ich es jetzt kann, und das sollte es mir erleichtern, rauszugehen und das Spiel zu spielen, das ich spielen will“, betont er. Das Champions Dinner am Dienstag, bei dem McIlroy seine Mitspieler mit einem Menü aus Datteln im Speckmantel, Thunfisch-Carpaccio und Wagyu-Rind verwöhnte, deutet ebenfalls auf eine entspannte Atmosphäre hin.

Tiger woods' abwesenheit: ein vorteil für mcilroy?
Die Abwesenheit von Tiger Woods aufgrund seines Autounfalls wird von vielen als ein Vorteil für McIlroy gesehen. Während die Augen der Weltöffentlichkeit ohnehin schon auf den Nordiren ruhen, entfällt nun auch der zusätzliche Druck, sich mit dem Golf-Superstar messen zu müssen. Ob McIlroy diese Chance nutzen kann, um seinen zweiten Masters-Titel zu erringen, wird sich ab Donnerstag zeigen, wenn die 90. Auflage des Majors im Augusta National Golf Club ausgetragen wird.
Die Zeichen stehen gut für Rory McIlroy. Die Last ist abgefallen, das Selbstvertrauen ist gewachsen und die Konkurrenz hat eine Schwächung zu verzeichnen. Es bleibt abzuwarten, ob der Nordire in der Lage sein wird, seine neu gewonnene Form in Augusta zu bestätigen und Geschichte zu schreiben.
