Matanovic trifft doppelt gegen st. pauli – und tränt dabei

Igor Matanovic kehrte zurück an den Ort, der ihn groß machte, und schoss seinem früheren Klub die Europapokal-Träume kaputt. Der 22-Jährige erzielte beide Treffer zum 2:1-Sieg des SC Freiburg beim FC St. Pauli – und blieb danach selbst ein wenig sprachlos.

Der junge vom millerntor wird zum matchwinner

13 Jahre trug Matanovic das Braun-Weiß. Hier lernte er dribbeln, hereingeben, treffen. Am Sonntagabend nutzte er exakt diese Fähigkeiten, um die Kiezkicker auf Platz 9 festz nageln. „Ich habe meine Kindheit hier verbracht“, sagte er mit einem Blick, der zwischen Stolz und Schmerz schwankte. „Aber mein Job ist es, Tore zu schießen – auch gegen St. Pauli.“

Das erste Gegentor war eine Szene zum Einfrieren: Vincenzo Grifo zog ab, der Ball touchierte einen Abwehrspieler, prallte gegen Matanovics Oberschenkel und senkte sich unhaltbar für Vasilj ins Netz. Glück? Vielleicht. Die zweite Szene war reine Neunmalklugheit: Irié schoss, Vasilj klärte, Matanovic stand goldrichtig und schob ein. In 18 Minuten drehte der Angreifer die Partie.

Freiburg nähert sich der conference-league-ränge

Freiburg nähert sich der conference-league-ränge

Mit 37 Punkten klettert der SC auf Rang 8, nur einen Zähler hinter Platz 7 – und das dank des 2:1-Erfolgs sowie der gleichzeitigen Pleite der Frankfurter in Mainz. „Wir haben unter der Woche Historisches erreicht“, sagt Trainer Julian Schuster mit Blick auf das 5:1 gegen Genk im Europapokal-Achtelfinale. „Jetzt haben wir den Schwung mitgenommen.“

Für St. Pauli bleibt die Erkenntnis, dass man sich gegen ehemalige Lieblinge besser schützen muss. Die Defensive wirkte in beiden Situationen einen Schritt zu spät, die Anfangselation nach Sinanis Führung verpuffte. Die Kiezkicker verharren damit bei 31 Punkten und müssen zusehen, wie die Konkurrenz vorbeizieht.

Die nächsten Gegste: Nach der Länderspielpause warten auf Freiburg Bayern München und Celta Vigo. Für Matanovic heißt es dann nicht mehr zurück in alte Gefilde, sondern nach vorne – Richtung Europa. Der Stürmer hat seine Vergangenheit beerdigt, seine Gegenwart sieht aus wie ein Ticket für das internationale Geschäft.