Bezzecchi zerquetscht die konkurrenz – aprilia feiert doppel-coup in brasilien

Die zweite Runde der MotoGP-Saison war ein Schlag ins Kontor für Ducati und ein Schaukelsieg für Aprilia. Marco Bezzecchi schraubte sich in São Paulo erneut an die Spitze, Martin folgte als Schatten, und Bagnaia rutschte ab – auf dem Asphalt und in der Psyche.

Bezzecchi fliegt, aprilia lacht

Der Emilianer brannte nach 24 Runden eine 1:39.4-Minuten-Bestzeit in den Asphalt, bevor er die Zielfahne als Erster durchschnitt. Kein Wheelie, kein Show-Foto – nur ein kurzer Faustschlag Richtung Boxengasse. Die Botschaft: Die RS-GP ist keine Außenseiterin mehr, sondern ein heißes Eisen. Jorge Martin landete zwei Sekunden später, aber mit der gleichen Reifenmenge: noch 28 % Profil, genug für zwei weitere Angriffe. Aprilia-Teamchef Rivola sprach hinterher von „einem Tag, der in die Geschichte der Noale-Mythologie eingeht“ – und meinte nicht die Mythologie, sondern die Bilanz.

Die Italiener holten 45 Punkte an einem einzigen Sonntag, so viele wie im gesamten Vorjahr nach fünf Rennen. Ducati dagegen kassierte ihre erste Doppel-Pleite seit Valencia 2022. Der neue Lenkungsdämpfer, die angepriesene Aero-Version? Wirkungslos, als hätte man einen Windschutzscheibenwischer auf eine Lawine montiert.

Bagnaia patzt – wieder

Bagnaia patzt – wieder

Pecco fuhr auf dem Papier schnellste Rennrunde, aber auf der Strecke verlor er 0,8 Sekunden pro Umlauf, sobald die Temperatur über 52 °C stieg. Ein Long-Loop-Highside in Kurve 8 war die Folge – Sturz, acht Plätze Verlust, 0 Punkte. Es ist das vierte Mal in zwölf Monaten, dass er unter Druck die Kante verliert. Datenanalysten sprechen offen von einem „Muster, das sich wiederholt wie eine Groundhog-Day-Schleife“. Ducati-Chef Ciabatti kontert nur: „Wir analysieren.“

Ducati-drama in zahlen

Ducati-drama in zahlen

Fabio Di Giannantonio rettete als bester Desmo-Pilot Rang drei – mit 0,4 Sekunden Rückstand auf Martin, aber vier Sekunden Vorsprung vor Marquez. Letzterer quälte sich mit einer Überdrehzahl-Abstimmung, die ihn in Schikane 2 fast in die Wüste schickte. Die vier Werks-Ducati landeten auf Positionen 3, 6, 9 und 13 – ein Quartett, das nach Siegen klingt, aber nach Verzweiflung schmeckt.

Und die Reifen? Michelin lieferte die harte Mischung, doch schon nach zehn Runden blätterte die Oberfläche ab wie alte Tapete. Wer frisch asphaltierte Strecken mag, sollte nach São Paulo reisen – wer Titel will, fliegt besser nach Noale.