Marín: der abschied vom badminton – und die suche nach der nächsten herausforderung
Ein Abschied, der schmerzt, aber auch Befreiung bedeutet: Carolina Marín, die unangefochtene Königin des Badmintons, hat ihre Karriere beendet. Nach drei schweren Knieverletzungen und unzähligen Triumphen steht für die Spanierin ein neues Kapitel an. Doch wie sieht die Zukunft aus, nachdem ein Leben lang alles dem Sport gewidmet wurde?
Die entscheidung reift in huelva
Die Entscheidung, die Kelle an den Nagel zu hängen, sei nicht über Nacht gefallen, so Marín in einem exklusiven Interview. Es war ein langer Prozess, begleitet von der ständigen Frage, wie sich ihre verletzte Kniegelenk schlagen würde. Selbst bis zum letzten Moment kämpfte sie darum, auf die Platte zurückzukehren, getrieben von dem Traum, sich gebührend zu verabschieden – idealerweise bei der Heim-Europameisterschaft in Onubense. Doch die Realität holte sie ein, und Marín erkannte, dass der Zeitpunkt gekommen war.
“Es war die schwierigste Entscheidung meines Lebens”, gesteht sie, “aber gleichzeitig bin ich sehr ruhig, weil ich weiß, dass es die beste war.” Nun sehnt sie sich danach, mehr Zeit in Huelva zu verbringen, mit ihrer Familie, ihren Freunden und den Menschen, die sie stets unterstützt haben.

Der leere raum und die angst vor dem verlust
Viele Sportler sprechen nach ihrem Rücktritt von einem Gefühl der Leere, von einem Schwindelgefühl angesichts des Wandels. Marín scheint diese Erfahrung bislang nicht gemacht zu haben. “Ich habe diesen leeren Raum noch nicht gespürt”, erklärt sie. “Vielleicht kommt er erst, wenn diese Woche vorbei ist, wenn ich in die wahre Realität zurückkehre.”

Die wurzeln der kämpfernatur
Woher kommt dieser unbändige Wille, dieser Kampfgeist, der Marín zu solch außergewöhnlichen Leistungen geführt hat? Die Antwort findet sich in ihrer Familie, insbesondere in ihrer Großmutter, einer hart arbeitenden Frau, die immer alles gegeben hat. Doch Marín betont, dass sie sich auch ihren eigenen Werten und ihrem eigenen Weg geschaffen hat. “Das Leben hat mir immer wieder Steine in den Weg gelegt, und ich habe versucht, sie zu überwinden”, sagt sie.

Die verrückten methoden von fernando rivas
Ein wesentlicher Faktor für Maríns Erfolg war zweifellos die Zusammenarbeit mit ihrem Trainer Fernando Rivas. Seine Trainingsmethoden waren oft unorthodox, manchmal sogar verrückt, aber sie führten zu Erfolgen. “Selbst nach drei schweren Knieverletzungen verwende ich immer noch Turniquet-Methoden”, bemerkt Marín mit einem Schmunzeln. “Als ich sie zum ersten Mal ausprobierte, dachte ich, das sei Wahnsinn. Aber ich habe gelernt, ihnen zu vertrauen.” Auch die Arbeit mit Hypoxie, dem Training unter Sauerstoffmangel, war Teil ihrer extremen Vorbereitung.

Das erbe sichern und den badminton-sport pushen
Marín hat in ihrer Karriere nicht nur zahlreiche Titel gewonnen, sondern auch den Badminton-Sport in Spanien populär gemacht. Nun will sie sicherstellen, dass ihr Vermächtnis weiterlebt und dass Badminton in Spanien weiterhin eine wichtige Rolle spielt. “Es würde mir wehtun, wenn nach meinem Rücktritt plötzlich niemand mehr über Badminton spricht”, sagt sie. Ihre Vision ist es, eine eigene Badminton-Akademie in Spanien zu gründen, um junge Talente zu fördern und den Sport auf ein neues Level zu heben.
Carolina Marín verlässt die Welt des Profisports als eine Legende, aber sie ist noch lange nicht fertig. Mit ihrer Erfahrung, ihrer Leidenschaft und ihrem unbändigen Willen wird sie auch in Zukunft eine wichtige Rolle im Badminton-Sport spielen – und vielleicht sogar in anderen Bereichen ihr Glück finden. Die Sportwelt verliert eine Championess, aber gewinnt eine inspirierende Persönlichkeit für die Zukunft.
