Mainz vor jahrhundert-spiel: fischer schickt emotionalen weckruf

Null Tore im Hinspiel, jede Morge Stimmung im Stadion: Mainz 05 steht vor dem größten Europacup-Moment seiner Geschichte. Ein Erfolg gegen Sigma Olmütz am Donnerstag (18.45 Uhr) würde das erste Viertelfinale der Klubchronik bedeuten – und könnte der Abstiegsangst im Ligalltag eine Verschnaufpause verschaffen.

Fischer nimmt die worte des gegners auseinander

Trainer Urs Fischer will genau das verhindern, was Mainz in Bremen gelang: „Wir können Geschichte schreiben“, sagt der Schweizer und spielt damit auf die 2:0-Nummer gegen Werder an. „Aber Viertelfinale in der Conference League passiert nicht jedes Jahr. Das muss einem bewusst sein.“ Fischer kennt die tschechische Mentalität aus seiner Zeit bei Union Berlin, er weiß: Olmütz wird pressen, bis die Lungen brennen.

Die Statistik spricht für die Nullfünfer: In den letzten fünf Heimspielen kassierte Mainz nur ein Gegentor. Doch das Hinspiel endete 0:0 – ein Resultat, das die Tschechen mit offenem Visier attackieren. Torhüter Daniel Batz fordert deshalb mehr Tempo im Aufbauspiel: „Wir müssen Lücken erzwingen, statt auf den Fehler zu warten.“

Abstiegskampf und europacup – ein drahtseilakt

Abstiegskampf und europacup – ein drahtseilakt

Die Ironie: Je länger Mainz im Europacup überlebt, desto voller wird der Spielplan. Drei Partien in acht Tagen warten, sollte der Einzug glücken. Sportvorstand Christian Heidel kalkuliert bereits mit einem Dreikampf aus Liga, Pokal und Conference League: „Wir haben 23 Feldspieler, die alle Gas geben. Mehr braucht es nicht.“

Für den Fanblock ist die Rechnung einfach: Ein Sieg gegen Olmütz beschert 1,2 Millionen Euro Prämie – und eine Auswärtsfahrt, die länger ist als jede Busreise nach Freiburg. Die Mainzer Kurve probt bereits den Chor: „Wir sind der Karnevalsverein, der nie untergeht.“

Donnerstagabend, 20.30 Uhr, entweder bricht historische Jubelstimmung aus – oder die Saison rutscht in die nächste Krise. Fischer hat seine Spieler gewarnt: „Wer nicht bereit ist, 120 Minuten zu rennen, sollte zu Hause bleiben.“ Die Antwort folgt live im Free-TV. Die Quoten werden steigen. Und Mainz? Vielleicht auch.