Mainz 05 schreibt europapokal-geschichte: erstes viertelfinale im eigenen stadion
Der 19. März 2026 bleibt in Mainz haften. Die Rheinhessen schlagen Sigma Olmütz 2:0 und ziehen erstmals in ein Europacup-Viertelfinale ein. Was folgt, ist kein Freudentaumel, sondern kühle Erkenntnis: Der Abstiegskampf in der Liga rückt für eine Nacht in den Hintergrund, das Endspiel in Leipzig rückt ein Stück näher.
Poschs kopfball und siebs lupfer schaffen fakten
Stefan Posch nickt nach 46 Minuten die Führung, Armindo Sieb erhöht acht Minuten vor Schluss. Dazwischen liegen 180 Sekunden, in denen Mainz mit zehn Mann spielt, weil Olmütz’ Peter Barath mit Gelb-Rot runter muss. Die Tschechen waren nie wirklich gefährlich, doch die Nullfünfer brauchten zwei Standards, um die Partie zu öffnen. Paul Nebel schlägt die Flanke, Posch trifft – das war’s dann schon. Der Rest ist Verwaltung.
Trainer Urs Fischer hatte vorher gefordert, „mutig“ zu sein. Seine Spieler gehorchten, aber nur in Dosen. Nach 20 Minuten hatte Danijel Sturm auf der anderen Seite das 0:1 auf dem Fuß, kurz darauf zischt Phillipp Mwene knapp vorbei. Mainz kontrolliert, ohne zu glänzen. Die zweite Hälfte ist ein Auftrag: nichts anbrennen lassen. Nach Baraths Platzverweis klatscht Nebels Freistoß an die Latte, Sieb verwertet die Entlastung. Abpfiff, Geschichte geschrieben.

Racing straßburg wartet – und die bundesliga auch
Am 9. und 16. April kommt Racing Straßburg ins Mewa Arena. Mainz hat Heimrecht im ersten Spiel, das reicht als Vorteil, weil die Mannschaft in der Liga nur zwei Heimsiege hat. Die Conference League ist das Ventil, das der Tabellen-15. der Bundesliga offen hält. Danny da Costa spricht es offen aus: „Wir tun gut daran, uns von Spiel zu Spiel heranzutasten.“ Kein Pathos, nur Realismus.
Der Traum vom Finale in Leipzig lebt, aber er kostet Kraft. Während andere Klubs rotieren, muss Fischer auf seine Stammspieler setzen. Die Frage ist nicht, ob Mainz Europapokal spielen kann, sondern wie lange es das der Liga noch verzeiht. Die Antwort gibt das nächste Bundesliga-Wochenende. Erst dann steht fest, ob der 19. März 2026 ein goldener Tag bleibt – oder nur ein Abstiegsgag vorprogrammiert.
