Mainz 05 zittert sich ins viertelfinale – der abstiegskampf rückt in den hintergrund

2:0 gegen Sigma Olmütz, Europapokal-Luft schnuppern und trotzdem den Blick nach unten: Mainz 05 lebt in zwei Welten. Die einen feiern Conference-League-Nächte, die anderen rechnen noch mit Bremen und der SGE.

Posch und da costa ziehen vergleich zum kindergarten

Stefan Posch traf früh, Danny da Costa organisierte hinten Ruhe. Beide kennen die großen Bühnen, doch gerade der 32-jährige Rechtsverteidiger schwärmte wie ein Teenager: „Das ist das, wofür man als Kind auf dem Hof gespielt hat.“ Posch pflichtete bei: „Die Mannschaft hat mich super aufgenommen, deswegen läuft es.“ Ein Satz, der in Mainz gerne als internes Leitmotiv zitiert wird – Stichwort „Wir-Kultur“.

Die Statistik dahinter: Mainz kassierte in den letzten drei Europapokal-Spielen nur einen Gegentreffer, schoss dafür fünf. Die Abwehr um da Costa, Posch, Hanche-Olsen und da Costa wirkt wie frisch öltes Maschinenwerk, während vorne Onisiwo, Gruda und Ajorque die Nachtschicht übernehmen.

Sge als nächster gegner – derby und abstiegsfinale in einem

Sge als nächster gegner – derby und abstiegsfinale in einem

Am Sonntag kommt Frankfurt, Tabellennachbar, Rhein-Main-Kracher, Sechs-Punkte-Spiel. Jan-Moritz Lichte warnte schon nach Olmütz: „Wir haben zwei Tage Regeneration, dann geht’s um die Existenz.“ Die Frage ist nur: wie viel Energie kostet die Europa-Euphorie? Kapitain Silvan Widmer verspricht: „Wir haben genug Pulver für beiele Fronten.“

Die Zahmen Zahlen: Mainz holte aus den letzten fünf Pflichtspielen zehn Punkte, kletterte auf Relegationsplatz 16. Die SGE steht einen Punkt besser da, hat aber das schwerere Restprogramm. Wer am Sonntag verliert, rutscht auf Platz 17 – die Saison ist noch lange nicht gelaufen.

Leipzig im mai? träumen erlaubt, aber nur kurz

Leipzig im mai? träumen erlaubt, aber nur kurz

Da Costa wagt den Blick nach vorn: „Klar darf jeder träumen – Leipzig ist das Ziel.“ Gemeint ist das Finale der Conference League am 28. Mai. Realistischer Blick: Mainz muss erst Mal West Ham, möglicherweise Lille oder Fiorentina aus dem Weg räumen. Und bis dahin mindestens drei weitere Bundesliga-Siege einfahren, um den Abstieg zu verhindern.

Die Fans sangen nach dem Schlusspfiff „Wir wollen nach Leipzig“, doch die Stimmen aus der Kabine klangen nüchterner. Trainer Bo Henriksen betonte: „Wir haben einen Traum, aber wir haben auch einen Plan.“ Ob der Plan reicht, wird sich an neun Mai-Spieltagen zeigen – in Europa und in der Liga. Ein Spagat, der Mainz 05 gerade erst richtig Spaß macht.