Maier patzt in craigleith: fünfter platz wirft sie aus dem titel-rausch
Fünf Tage nach Silber
in Serbien landet Daniela Maier mit dem Gesicht im kanadischen Schnee. Craigleith schlägt zurück – und die Olympiasiegerin muss im kleinen Finale des Skicross-Weltsprints erstmals seit Monaten wieder zusehen, wie andere um Gold kämpfen.Der halbfinale-stolperer
Die 30-Jährige rutscht in der englischen Kurve vor dem Zielsprung auf den dritten Rang, nachdem sie die Führung aus der Startkammer verloren hatte. Smith, ihre ewige Kontrahentin aus der Schweiz, nutzt den Fehler gnadenlos aus und feiert vor 3.200 Zuschauern ihren zweiten Saisonsieg. Für Maier bleibt nur der trostlose Consolation-Final, den sie zwar souverän gewinnt, doch die 60 Punkte nützen kaum – Näslund fehlt zwar verletzt, aber die Schwedin behält 135 Zähler Vorsprung.
Lo keiner redet: Die Sturzprotokolle. Seit der Quali-Runde am Donnerstag sind bereits sieben Fahrerinnen in Craigleith gegangen, das Eis unter der Kunstschneelage ist hart wie Beton. Maier selbst hatte nach dem Training gemurmelt, dass „die Kanten heute Nacht nicht mehr fressen“. Ein Satz, der im Lautsprecher fast untergegangen wäre – aber genau dort beginnt die Geschichte.

Florian fischer und das deutsche debakel
Während die Kameras noch an Maier kleben, scheidet der einzige deutsche Hoffnungsträger im Viertelfinale aus. Fischer, 24, kommt nach einem Slalomfehler zu spät in die Line, trifft den Schweizer Tönz und fliegt über das Bande. Die Ärzte geben grünes Licht, doch die WM-Woche beginnt mit einem Paukenschlag: Kein DSV-Mann über Platz zwölf hinaus. Die Statistik seit Sotsk 2014: nur zwei Podestplätze bei Männern – das ist keine Serie, das ist ein Dauerzustand.
Am Sonntag um 16.30 Uhr steht das zweite Rennen an, dann geht’s nach Gällivare, wo die Saison endet. Maier muss gewinnen und gleichzeitig auf einen Fehler von Näslund hoffen – ein Szenario, das selbst ihre treuesten Fans als Lotterie bezeichnen. Doch die Fellbacherin selbst schwört auf ihre alte Routine: „Ich fahre Kopf aus, Beine ein – und dann sehen wir weiter.“ Die Frage ist nur: Reicht das noch für Kristall, oder bleibt nur ein Winter voller Silber?
