Magdeburg zittert sich zum sieg – bhc liefert den meister einen kampf

Der SC Magdeburg hat den Abstiegskandidaten Bergischer HC unterschätzt – und musste bis zur letzten Atemzug-Sekunde zittern. Am Ende steht ein 27:25-Auswärtssieg, der die Tabellenführung ausbaut, aber die Nerven blank legt.

Ein sieg, der weh tut

Felix Claar traf zehnmal, Omar Ingi Magnusson kehrte zurück, doch die Magdeburger Maschine ruckelte. Erst nach sieben Minuten fiel der erste Treffer, die BHC-Deckung stand wie Beton. Die Löwen aus Wuppertal führten 7:4, zwangen Bennet Wiegert zur Auszeit. Die SCM-Bank schwieg, die Analyse lautete: „Zu langsam, zu ideenlos.“

Die Wende kam mit Tempogegenstößen und einer roten Karte gegen die Hausherren. In Überzahl zog Magdeburg auf 16:13 davon, doch der BHC schlug zurück. 53 Minuten stand es 23:22 für die Gastgeber, die Arena kochte. Dann entschied Claar – mit einem verwandeln Siebenmeter und einem gestohlenen Ball in der letzten Minute.

Die tabelle lügt nicht, der körper schon

Die tabelle lügt nicht, der körper schon

Magdeburg bleibt punktgleich mit Flensburg an der Spitze, hat aber die bessere Tordifferenz. Die Hinterkopf-Frage lautet: Wie viele solcher Kraftakte verkraftet der Kader noch? Drei Tage zuvor die 26:34-Demütigung in Paris, jetzt 60 Minuten Vollgas gegen den Tabellen-Vorletzten. Wiegert wischte Schweiß aus der Stirn: „Wir haben zwei Punkte geholt, mehr zählt heute nicht.“

Der BHC kassierte die 13. Niederlage, bleibt aber eine Idee besser als der direkte Konkurrent HSG Wetzlar. Trainer Sebastian Hinze gab sich kämpferisch: „Wenn wir so weiterkämpfen, bleiben wir drin.“ Seine Mannschaft war dem großen Favoriten phasenweise haushoch überlegen – und hat trotzdem nichts Zählbares gerissen.

Magdeburg reist mit zwei Punkten, aber mit zittrigen Knien nach Hause. Die Meisterschaft rückt näher, die Belastung auch. Die nächste Hürde: am Mittwoch das Pokal-Viertelfinale in Berlin. Wer da noch Kraft hat, entscheidet sich in den Kopf und nicht auf dem Papier.