Lys schießt scharf: wta-kritik aus madrid – „negative grundhaltung“!

Madrid – Eva Lys, nach langer Verletzungspause wieder auf dem Court, hat nach ihrem frühen Aus in Madrid eine deutliche Kampfansage an die deutsche Berichterstattung abgegeben. Die 24-Jährige prangert eine durchgehend negative Haltung an, die ihrer Meinung nach der Leistungsfähigkeit deutscher Athletinnen und Athleten schadet.

Frustrierte worte nach dem ausscheiden

Die Niederlage gegen Zhang Shuai im ersten Match des WTA-Turniers in Madrid war für Lys offenbar nur der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. In einer Instagram-Story äußerte sie sich harsch zur Art und Weise, wie ihre Leistungen und die anderer Sportlerinnen und Sportler in Deutschland dargestellt werden. „Was mir immer wieder auffällt, ist die durchgehend negative Grundhaltung vieler Schlagzeilen und Kommentare“, schrieb sie.

Lys betonte, dass Kritik im Sport selbstverständlich sei, doch die Art und Weise, wie sie oft formuliert wird, wirke abwertend und wenig konstruktiv. Ihre Verletzung in Australien, die zunächst unbemerkt blieb, und die anschließende lange Pause machten den Wiedereinstieg in die WTA-Tour besonders schwierig. Dass viele Medien dies nicht angemessen berücksichtigen, frustriert sie zusehends.

„Ich finde es fragwürdig“, so Lys, „wenn über Athletinnen und Athleten mit einer Selbstverständlichkeit geurteilt wird, die wenig mit der Realität auf dem Platz zu tun hat.“ Sie ist nicht allein mit dieser Wahrnehmung. „Aus vielen Gesprächen mit anderen Athletinnen und Athleten aus Deutschland weiß ich, dass ich mit dieser Wahrnehmung nicht allein bin.“

Mehr respekt für den frauensport

Mehr respekt für den frauensport

Lys wünscht sich eine fairere und differenziertere Berichterstattung, insbesondere im Frauensport, der lange Zeit zu wenig Aufmerksamkeit erhalten habe. „Umso wichtiger wäre jedoch ein differenzierter und respektvoller Ton“, appellierte sie. Sie schloss ausdrücklich nicht alle deutschen Medien von ihrer Kritik ein, räumte aber ein, dass sie aktuell nicht in ihrer besten Form sei. Dennoch betonte sie: „Trotzdem sollte es möglich sein, darüber sachlich und fair zu sprechen.“

Gerade im eigenen Land, so Lys, stehe Unterstützung und Einordnung im Vordergrund, nicht pauschale Negativität. Die junge Tennisspielerin hat mit ihrer Kritik einen wichtigen Punkt angesprochen: Die Balance zwischen kritischer Berichterstattung und der Würdigung der Anstrengungen von Athletinnen und Athleten muss gefunden werden. Die Fan-App von Eurosport hält Sie stets auf dem Laufenden, um sich selbst ein Bild zu machen.