Luzern trennt sich von frick – interne trainerriege drängt auf den thron
Die Nachricht knallte am Montagvormittag durch die Swissporarena wie ein Freistoß unter die Latte: Mario Frick muss den FC Luzern nach 4,5 Jahren verlassen. Sportchef Remo Meyer nahm sich sofort die Schuldfrage vor – und kramte drei heiße interne Kandidaten aus der Schublade.
Meyer: „wir spürten den moment gleichzeitig“
Kein Streit, kein Machtkampf, so die offizielle Lesart. „Es war ein gegenseitiger Reifeprozess“, sagte Meyer vor den Mikrofonen. Gemeinsam habe man sich für den Sommer-Schnitt entschieden, nachdem man sich „so gut kennt, dass man den anderen Blick lesen kann“. Kitschig? Vielleicht. Aber in der Branche ein Luxus, der selten ist.
Der Abgang fällt auf den Tag genau in jene Phase, in der Luzern den Anschluss an die Top 4 verpasst hat. Das Cup-Aus gegen Stade-Lausanne-Ouchy sitzt tief, der Rückrundenstart war holprig. Dennoch: „Das Vertrauen zu Mario war ungebrochen“, betonte Meyer. „Er ist ready fürs Ausland, und er wird dort einen Weg gehen.“

Interne kandidaten mit pro-lizenz im visier
Während andere Klubs teure Headhunter beauftragen, schwenkt Luzern die Eigenbau-Keule. Drei Namen fallen sofort: Michel Renggli (aktuell U21), Udo Portmann und Claudio Lustenberger. Alle drei besitzen oder erwerben noch in diesem Jahr die UEFA-Pro-Lizenz – die Eintrittskarte für die Swiss-Super-League-Bühne.
Renggli gilt als Favorit, weil er die Lizenz schon in der Tasche hat. Portmann und Lustenberger legen nach. Meyer versicherte, dass man „nicht ausschließlich auf interne Lösungen setzt“, doch der Tonfall verrät: Wer aus dem eigenen Stall kommt, spart Geld und passt zur Nachwuchsphilosophie.

Zeitplan bis mai, transferfenster offen
Meyer stellte klar: Bis spätestens Ende Mai will der Club den neuen Chef präsentieren. Die Vorbereitung startet Mitte Juni, wer spät kommt, verliert Trainingstage. Externe Bewerbungen sind willkommen, doch die internen Kandidaten haben Vorsprung – sie kennen die Gänge, die Sprache, den Druck.
Bis dahin gilt: Kein Tag ohne Frick. Der 45-jährige Südtiroler wird die Saison zu Ende coachen, um „die notwendige Ruhe im Boot zu wahren“. Die Spieler sollen nicht zwischen zwei Stühlen sitzen, die Fans sollen nicht rumschreien. Eine harmlose Forderung – doch in Luzern weiß man, wie schnell ein Zwischenruf zur sintflutartigen Protestwelle wird.
Für Frick beginnt nach dem Sommer ein neues Kapitel, für Luzern ein Poker um Kontinuität. Die Kandidatenliste ist klein, die Erwartungen riesig. Wer die Pro-Lizenz hat, hat die Macht – zumindest auf dem Papier. Die Realität schreibt sich ab Mai neu. Und diese Geschichte wird garantiert ohne Kitsch auskommen müssen.
