Luna rossa: der familiensinn als schlüssel zum america's-cup-erfolg?
Cagliari – Die Luft knistert vor Spannung, während Luna Rossa die Vorbereitungen für die nächste America's Cup intensiviert. Giulio Bertelli, der Vizepräsident des Teams, gibt in einem exklusiven Gespräch Einblicke in die Strategie und die Motivation hinter dem italienischen Herausforderer. Dabei steht der Begriff „Familie“ im Mittelpunkt – ein Konzept, das tief in der DNA von Luna Rossa verankert zu sein scheint.
Die schatten von barcelona und der blick nach vorne
Die Enttäuschung über die letztjährige Regatta in Barcelona ist noch deutlich spürbar. „Es war die enttäuschendste Kampagne unserer Geschichte“, gesteht Bertelli offen. Doch anstatt in Selbstmitleid zu versinken, hat sich das Team neu fokussiert und die Schwächen analysiert. Die Neuzugänge, allen voran der talentierte Peter Burling, sollen dabei helfen, die Lücke zu den vermeintlich überlegenen Neuseeländern zu schließen. „Er ist ein Perfektionist, der stets das Leistungspotenzial des Bootes ausreizen will“, so Bertelli über Burling.

Der vater, das meer und die unstillbare leidenschaft
Bertellis Engagement für Luna Rossa ist mehr als nur eine berufliche Verpflichtung. Es ist eine Herzensangelegenheit, die tief in seiner Familiengeschichte verwurzelt ist. „Ich bin mit der America's Cup aufgewachsen“, erinnert er sich. „Mein Vater hat mich schon als Kind mit in die Teams genommen. Die Faszination für das Meer und den Wettbewerb hat mich sofort gepackt.“ Er versucht, die Visionen seines Vaters, Patrizio Bertelli, in das Team zu integrieren und so eine Kontinuität zu gewährleisten. „Es ist etwas Besonderes, das man schwer abschütteln kann, besonders wenn man involviert ist“, erklärt Bertelli die tiefe Bindung, die er und seine Familie zu der America's Cup haben.

Ein team, eine familie – der schlüssel zur langlebigkeit
Was Luna Rossa von anderen Teams unterscheidet, ist der ausgeprägte Familiensinn. Von der Eigentümerfamilie bis zu den Mitarbeitern herrscht eine Atmosphäre des Vertrauens und der Zusammengehörigkeit. „Es ist wunderschön. Es ist das, worauf wir am meisten Wert legen“, betont Bertelli. Diese Verbundenheit hat dem Team über Jahrzehnte hinweg Halt gegeben und zu einer beeindruckenden Langlebigkeit geführt. Die Leidenschaft für die America's Cup ist ansteckend und motiviert jeden Einzelnen, sein Bestes zu geben.

Die erwartungen für 2027 und die herausforderung im eigenen land
Mit der Heim-America's Cup 2027 in Italien wächst der Druck, aber auch die Begeisterung. „Es ist seltsam, in Italien zu segeln, obwohl wir nicht die Cupverteidiger sind“, räumt Bertelli ein. Dennoch spürt das Team die Unterstützung der Fans und hofft, dass diese Energie zum Erfolg führen wird. „Wir wollen gewinnen“, sagt Bertelli mit Nachdruck. „Das ist unser Ziel.“
Die kommenden Monate werden entscheidend sein, um die verbleibenden Defizite auszugleichen und die Konkurrenz zu überwinden. Mit einem starken Team, einer klaren Strategie und dem unerschütterlichen Glauben an die eigene Stärke will Luna Rossa die America's Cup nach Italien holen.
