Lukas fritsch jagt in vorarlberg den ersten national-treffer und die wm-ticket

Kurz nach seiner Vertragsverlängerung beim Alpla HC Hard steht Lukas Fritsch vor seinem nächsten Karriereschritt: Im Test gegen Nordmazedonien will der 2-Meter-Rückraumspieler endlich den ersten Treffer für Österreich landen – und sich damit ein Ticket für die WM in Deutschland sichern.

42 Tore bei der u19-wm – jetzt folgt die große bühne

Die Zahlen sprechen für sich: Beim Junioren-Weltmeisterschaftsjahr 2023 war Fritsch mit 42 Treffern in sieben Spielen österreichischer Leuchtturm. Doch Tore zählen nur, wenn sie im Seniorenbereich fallen. Heute, 15 Uhr, in der vorarlberger Landeshalle, wo er vor Jahren noch als Balljunge stand, könnte der 20-Jährige nachlegen.

ÖHB-Coach Iker Romero hat ihn erneut in den Lehrgang eingeladen – kein Geschenk, sondern Konsequenz. „Lukas bringt eine Mischung aus Durchschlagskraft und unbekümmertem Spielverständnis, die wir in den Play-offs brauchen“, sagt der Spanier. Gemeint sind die beiden K.o-Partien im Oktober, deren Sieg Österreich zur Heim-WM 2025 führen würde.

Hard verlängert – und wartet auf die nächste ablöse

Hard verlängert – und wartet auf die nächste ablöse

Die Vertragsverlängerung bis 2025 war kein Akt der Nächstenliebe, sondern klare Geschäftsidee: Hard sichert sich ein Talent, das europaweit auf den Radar großer Klubs geraten ist. Fritsch selbst hält die Füße still: „Ich will erst einmal Nationalspieler werden, dann sehen wir weiter.“ Sein Marktwert steigt mit jedem Auftritt in Rot-Weiß-Rot – ein Tor heute wäre ein weiteres Argument.

Die Atmosphäre im Team bestätigt seine Rechnung. „Die Jungs behandeln mich nicht wie Neuling, sondern wie Lösung“, erzählt er. Besonders Robert Weber und Nikola Bilyk geben Tipps, wie man den Temposchalter umlegt, wenn die Abwehr dicht macht. Fritsch nimmt alles auf wie ein Schwamm – und verwandelt es in Würfe, die selbst Routiniere ducken lassen.

Heimspiel als brennglas

Heimspiel als brennglas

Die Tribüne ist ausverkauft, 2.500 Fans, darunter Eltern, Jugend-Teamkameraden und der Landestrainer, der ihm vor drei Jahren den ersten Profivertrag empfahl. „Das ist keine Belastung, das ist Turbo“, sagt Fritsch. Wer in Vorarlberg aufwächst, kennt die Handball-Liebe. Ein Tor hier wiegt doppelt – und landet direkt auf Instagram, WhatsApp und in der Lokalzeitung.

Die Gegner aus Nordmazedonien gelten als erfahrene Riege, doch genau das ist Plan: Romero will sehen, wie sein Youngster mit körperlicher Härte umgeht. Die Antwort lieferte Fritsch schon im Training: Mit einem Sprungwurf aus dem zweiten Schritt ließ er Goalie Dejan Manaskov ratlos stehen – und den Torwartcoach jubeln.

Am Ende zählt nur eins: Ein Treffer, ein Sieg, ein Schritt näher zur WM. Fritsch selbst macht kein Geheimnis daraus: „Wenn ich auflaufen darf, will ich treffen. Punkt.“ Keine Rhetorik, kein PR-Satz – nur der Anspruch eines 20-Jährigen, der weiß, dass sich Tore in der Nationalmannschaft nicht bestellen, sondern erzwingen lassen. Und heute Nachmittag ist der perfekte Zeitpunkt.