Lukaku rebelt sich: bleibt in belgien – napoli droht mit sperre bis saisonende

Romelu Lukaku lässt einfach nicht nach. Nach fünf Spielen, 40 Minuten Einsatzzeit und einem einzigen Treffer in dieser Saison zieht sich der Belgier erneut zurück – diesmal nicht wegen eines Muskelfaserrisses, sondern aus eigenem Willen. Die Folge: ein offener Machtkampf mit dem SSC Napoli.

Der club stellt ein ultimatum – lukaku ignoriert es

Die italienische Klubführung hatte dem Stürmer noch am Wochenende eine Frist bis Dienstag gesetzt, um sich wieder ins Trainingszentrum Castel Volturno einzufinden. Lukaku blieb in Antwerpen. Statt mit der Mannschaft zu schwitzen, postierte er sich im Fitnessraum seiner privaten Residenz und ließ sich von einem belgischen Physiotherapeuten betreuen. Die Begründung: eine erneute Entzündung am Hüftflexor, die angeblich erst bei der Nationalmannschaft diagnostiziert wurde.

Das Problem: Napoli hatte eine gemeinsame Reha-Strategie vereinbart. Der Club zahlte in den vergangenen Wochen nicht nur die Behandlung, sondern auch einen eigenen Mediziner, der Lukakus Belastung steuern sollte. Dass der Angreifer nun solo agiert, empfinden die Verantwortlichen als Vertragsbruch. „Wir haben Romelu die Hand gereicht, er beißt uns in den Arm“, zitiert La Gazzetta dello Sport einen anonymen Clubberater.

Lukakus instagram-mea culpa kommt zu spät

Lukakus instagram-mea culpa kommt zu spät

Um 22:37 Uhr veröffentlichte der 30-Jährige eine Story, in der er „Respekt“ für Napoli verspricht und sich „zu 100 Prozent fit“ fühlen will, bevor er wieder aufläuft. Die Aktion wirkte kalkuliert: Lukaku kennt die italienischen Medien, kennt die Stimmung in den Curva-Kurve-Foren. Doch intern ist die Glaubwürdigkeit angeknackst. Zuletzt hatte er ähnliche Versprechen gemacht, ehe er sich im November erneut verletzte – nach einem Kurzeinsatz gegen AC Milan.

Die Zahlen sind gnadenlos: Lukaku verpasste 25 der 30 Serie-A-Partien. Sein Gehalt von rund 7 Millionen Euro netto pro Saison entspricht damit einer Quote von 175 000 Euro pro gespielter Liga-Minute. In der Kabine gilt er trotzdem als beliebt, weil er Spanisch spricht und mit Chucky Lozano sowie Giovanni Simeone eng befreundet ist. Doch genau diese Sympathie nutzt Sportdirektor Mauro Meluso nun, um Druck aufzubauen: Wer nicht mit der Mannschaft leidet, darf auch nicht mit der Mannschaft feiern.

Napoli zieht die notbremse – champions-league-risiko droht

Napoli zieht die notbremse – champions-league-risiko droht

Der Tabellenzweite könnte am 7. März gegen Barcelona im Achtelfinale der Königsklasse auf Lukaku verzichten müssen. Trainer Francesco Calzona testete deshalb in der letzten Trainingseinheit eine Dreierreihe mit Politano – Osimhen – Kvaratskhelia. Die Botschaft: Ohne dich laufen wir auch. Lukaku weiß, dass ein Exil bis Mai nicht nur seine EM-Teilnahme gefährden würde, sondern auch die Kaufoption von Chelsea (43 Millionen) platzen ließe. Der FC Chelsea wiederum wartet gespannt: Je weniger Napoli zahlt, desto eher kann der Verein die Leihe in eine feste Verpflichtung umwandeln – und Lukaku an einen neuen Klub weiterverkaufen.

Einzig der EM-Traum hält den Torjäger noch auf Trab. Am 31. Mai muss er laut medizinischem Dossier „belastbar“ sein, will er mit Belgien in die Vorrunde starten. Die belgische FA spricht bereits von einer „individualisierten Laufbahn“, die Lukaku parallel zur Mannschaft absolvieren soll. Es klingt nach einem weiteren Sonderstatus – und genau den will Napoli nicht mehr mittragen.

Für den SSC bleibt einzig der harte Weg: Entweder Lukaku kehrt bis Dienstag zurück und akzeptiert das Trainingsprogramm – oder er fliegt aus dem Kader. Die Saison ist ohnehin kurz, die Titelchance real. Wer nicht bereit ist, zu bluten, wird ausbluten. So lautet das Gesetz des Profifußballs – und Romelu Lukaku steht erneut am Scheideweg.