Love will nicht warten: „ich will der beste aller zeiten sein“

Jeremiah Love wirft den Zeitplan weg. Statt vorsichtiger PR-Phrasen knallt der Notre-Dame-Runningback beim Pro Day seine Ziele auf den Tisch: Hall of Fame, Pro Bowl, Offensive Rookie of the Year – und das alles in Jahr eins. Die Liga lauscht, die Scouts stopfen sich die Notizblöcke voll, die Konkurrenz bekommt Kopfschmerzen.

Ein plan statt pötte

2882 Rushing Yards, 36 Touchdowns, drei College-Saisons – das reicht Love nicht. „Natürlich sind es nur Ziele“, sagt er, „aber hinter jedem Ziel steckt ein Wochenplan, ein Spieltagsplan, ein Trainingsplan.“ Er spricht nicht vom Sprung in die NFL, sondern vom Sprung an die Spitze. Sein Credo: Wer nach dem Draft durch die Umkleide läuft und denkt „geschafft“, hat schon verloren. Erst der Vertrag, dann der 53er-Kader, dann die Snap-Zahl, dann der Pro Bowl, dann der Ring – so klingt die interne Checkliste, die er sich selbst geraubt hat.

Love kann mehr als sprinten. Er schlängelt sich wie ein Slot-Receiver durch Coverage, fängt mit weichen Händen, blockt mit Bad-Intentions-Technik. Notre-Dame nutzte ihn als Swiss-Army-Knife, doch er sieht sich als Messer mit Diamant-Schneide: „Ich will das Komplettpaket sein, das keine Substitutions-Situation erfordert.“

Die zahl, die die liga nervös macht

Die zahl, die die liga nervös macht

18 Touchdowns in der letzten Saison allein – das ist keine Power-5-Anekdote, das ist ein Warnschuss für defensive Koordinatoren, die gerade jetzt Draft-Notes durchwälzen. Love lief gegen Virginia Tech 29 Mal, gegen USC 31 Mal, gegen Ohio State 27 Mal – und steigerte sein Yards-after-Contact-Mittel auf 4,2. Seine 40-Yard-Zeit wird auf 4,37 geschätzt, seine 10-Yard-Split auf 1,48. Das klingt nach Combine-Gequatsche, bis man merkt: Er trainiert mit einem GPS-Gurt, der jede Beschleunigung aufzeichnet und an seine iPad-App sendet. Daten statt Drama.

Scouts fragen nach Ball-Security? Fumbles in 447 College-Trages: zwei. Scouts fragen nach Pass-Pro? Love schneidet seinen Reps die Hände auf, weil er die Punch-Technik gegenüber Edge-Rushern perfektionieren will. „Ich will wissen, wie ich eine bessere Version von mir selbst werden kann“, sagt er – und meint nicht nächste Woche, sondern den vierten Quarter des Super Bowls, den er in fünf Jahren spielt.

Die konkurrenz schläft schlechter

Die konkurrenz schläft schlechter

Bijan Robinson wurde vor zwei Jahren für die falschen Sprüche gelobt; Jahmyr Gibbs musste erklären, warum er nur 151 Carries hatte. Love liefert die Antwort vorab: Er hat die Carries, er hat die Yards, er hat die TDs – und jetzt auch die Soundbites, die Marketing-Abteilungen lieben. Wenn ein GM in der War Room die Frage stellt „Wer will der beste sein?“, fällt ab sofort ein Name. Jeremiah Love will nicht first-round-picken, er will first-ballot-hall-of-famen.

Die Uhr tickt. In 37 Tagen geht der Draft über die Bühne. Love wird nicht mehr schlafen, sondern nur noch regenerieren. Seine letzte WhatsApp-Statusmeldung: „4:45 a.m. – Leg day don’t lie.“ Die Liga sollte sich warm anziehen. Die Bestie aus South Bend kommt – und sie trägt bereits die Krone im Gepäck.