Live aus tirol: deutsche ski-meister springen in axamer lizum um sekundenbruchteile
Die Axamer Lizum kocht. 12:00 Uhr, Sonntag, 29. März 2026 – Tobias Barnerssoi brummt schon fast heiser, die Kamerakranz schwenkt über die steile Falllinie, und im Zielrausch schlägt jedes Mal das deutsche Herz schneller. BR24Sport liefert den Slalom live, doch die Titel sind längst verteilt: Jessica Hilzinger krönt sich nach 0,35 Sekunden Rückstand im ersten Lauf zur neuen Riesenslalom-Königin, Hannes Amman rast als 23-jähriger Außenseiter zum Herren-Titel – vorbei an Routiniers wie Jonas Stockinger.
Das feld vor dem slalom-finale
Emma Wieser (SC Lenggries) trägt als Titelverteidigerin den Druck wie ein zweites Skibindungsgewicht. Ihre Konkurrentin Lena Dürr verlor im Riesenslalom den Halt, heute will sie Revanche – wenn das Thermometer mitspielt. Bei den Männern schielt Linus Straßer (TSV 1860 München) auf die Titelverteidigung, doch der erste Blick auf die Startliste zeigt: 0,03 Sekunden entschieden bereits die Abfahrt, als Felix Rösle (SC Sonthofen) dem zurückgetretenen Romed Baumann die Krone abnahm. Die Devise lautet: Minimum Risiko, Maximum Präzision.
Die Absage des Super-G am Freitag war ein Schlag ins Kontor der Organisatoren. Schneefall und Sicht null – Kira Weidle-Winkelmann und Lena Dürr mussten ihre Startnummern stecken lassen. Dafür liefern die Slalom-Tore nun die Spektakel-Kulisse, die die Axamer Lizum berühmt machte: 56 Prozent Steigung, Eisuntergrund, ein falsches Kantengefühl und die Saison ist Makulatur.

Junge wildschaften stürmen podest
Fabiana Dorigo (TSV 1860 München) nutzte die Abwesenheit von Weidle-Winkelmann und Aicher, um mit Tempo 97 km/h in die deutsche Ski-Geschichte zu brettern. Zweitbeste Deutsche wurde die 21-jährige Emily Wörle – nur 0,91 Sekunden Rückstand, dafür ein halbes Leben Vorsprung im Erfahrungspool. Antonia Reischl (19) folgte auf Rang neun, beweist: Nachwuchs springt nicht mehr hinterher, er überholt.
Bei den Männern lieferte Eric Wyler (SUI) die Bestzeit, doch die deutsche Fahne hisste Felix Rösle. Der Junioren-Weltmeister von 2025 schlüpft in die Fußstapfen von Baumann – mit 0,03 Sekunden Vorsprung, so knapp, dass selbst die Zeitmessung zweimal hinschaut. Simon Jocher (SC Garmisch) wurde Siebter, für ihn zählt vor allem die WM-Mission: „0,75 Sekunden sind viel, aber keine Welt“, sagt er kurz angebunden und verschwindet im Service-Zelt.

Tv-tricks und zukunftsgewitter
BR24Sport macht’s möglich: Livestream in der ARD Mediathek, BR24App, HbbTV – das gelbe Knöpfchen auf der Fernbedienung wird zum Tor zur deutschen Ski-Seele. Tobias Barnerssoi liefert das Gespür, das Mikro nimmt das Knirschen der Kanten auf, und daheim auf dem Sofa schwingt jeder Fuß mit, als wäre er selbst zwischen den Fahnen.
Die Tage in Tirol zeigen eins: Der deutsche Ski-Nachwuchs reift zur Stunde, da zählt kein Alters-, nur ein Leistungsklassenverzeichnis. Wer heute um 14:15 Uhr die letzten Tore umreißt, schreibt sich in die ewige Bestenliste – und die Zuschauer vergessen nie, wie schnell Sekundenbruchteile sein können, wenn sie deutsche Farben tragen.
