Lindvik fliegt, geiger und wellinger winken: dsv-oldies liefern horngacher abschied mit ansage

Marius Lindvik zurück, Marius Lindvik ganz oben. Der norwegische Sperrstrecher, der wegen Anzug-Panscherei 2025 in Planica fehlte, kehrte mit Flügen auf 238,5 und 231 Meter zurück – und schlug sofort zu. Hinter ihm kämpfte sich niemand geringerer als Domen Prevc auf Platz zwei, doch die deutsche Seele des Tages trugen zwei Routiniers, die vor Wochen noch als „abgehangen“ galten.

Geiger fliegt auf acht – und liefert die quintessenz seiner saison

25800 Zuschauer an der Letalnica, 26 000 davon schrien Karl Geiger an. Der frühere Skiflug-Weltmeister schwebte auf 233 und 227,5 Meter – Rang acht, basta. Kein Podest, aber ein Statement. Denn wer Geigers Winter verfolgte, weiß: Hier sprang ein Mann, der im Dezember noch mit dem Gedanken spielte, die Bretter an den Nagel zu hängen. Stattdessen verabschiedet er sich mit seiner besten Leistung seit Garmisch ins Sommerloch.

Die Zahl des Tages: fünfmal 20. Andreas Wellinger sammelte die maximalen Wertungen wie selten zuvor. 238,5 Meter im ersten Durchgang, dann die Judges – alle klickten 20. Der letzte Deutsche, dem das gelang, war Sven Hannawald 2003. Wellinger selbst fand die Szene „irre, aber nicht halb so irre wie die Tatsache, dass wir Horngacher mit einer Truppe verabschieden, die in der Vorsaison noch als lahme Ente galt“. Platz elf, aber der eigentliche Sieger der Moral.

Raimund bleibt unten, stoch nimmt abschied – und ein trainer geht mit offenem visier

Raimund bleibt unten, stoch nimmt abschied – und ein trainer geht mit offenem visier

Olympiasieger Philipp Raimund schaffte die Riesenschanze, die ihn jahrelang platt machte – doch die Psyche nagt. Platz 28, keine Gefahr für die Konkurrenz. Dafür lieferte Pius Paschke mit Rang 19 eine solide Vorstellung, während Felix Hoffmann als einziger Springer das Finale verpasste. Pech, aber kein Drama – das erlebte man zwei Tage zuvor schon.

Kamil Stoch rutschte noch einmal in den zweiten Durchgang, dann war Schluss. Der Pole verabschiedet sich nach 18 Jahren Weltcup, zwei Tournee-Siegen und drei Titeln – alle unter Stefan Horngacher, der ihn einst zum Vierschanzentournee-König schulte. „Kamil war mein erster und mein längstes Projekt“, sagte Horngacher, „heute verliere ich einen Athleten und einen Freund.“

Der Österreicher selbst nimmt die neue Herausforderung in der Alpinen Nationalmannschaft mit. Was bleibt? Ein deutscher Kader, der endlich wieder Flügel zeigt. Und zwei alte Füchse, die beweisen: In Planica zählt nicht das Alter, sondern die Fluglänge. Der nächste Winter kann kommen – mit oder ohne Horngacher.