Geiger rettet deutsches gesicht: horngachers letzter tag endet mit fragezeichen
Karl Geiger schafft das, was sonst niemand aus dem DSV-Team hinbekommt: Er schiebt sich beim Saisonfinale in Planica als Achter noch in die Top-Ten und verhindert, dass Deutschland komplett abrutscht. Ein Achter – das klingt bescheiden, ist aber das beste deutsche Ergebnis an diesem Sonntag, an dem die Adler eigentlich Abschied nehmen wollten.

Der perfekte wellinger und die ungelöste trainerfrage
Andreas Wellinger liefert das Highlight, doch es reicht nur für Rang elf. Im ersten Durchgang zeigt der Doppel-Olympiasieger einen „perfekten Sprung“ – 20 Punkte von allen fünf Richtern, nur zehn Athleten gelang diese Note seit 2017. Danach verflacht seine Flugkurve, und die Konkurrenz zieht vorbei. Marius Lindvik gewinnt mit 238,5 und 231 Metern, Domen Prevc sichert sich Gesamtweltcup und Skiflug-Krone, Johann Andre Forfang komplettiert das norwegische Podest.
Die deutschen Springer verlassen Planica mit zwei Gewissheiten: Erstens wird Stefan Horngacher nicht mehr dabei sein. Zweitens kennen sie seinen Nachfolgen schon, doch niemand wagt es, den Namen laut auszusprechen. Offiziell herrscht Schweigen, intern kursiert seit Wochen ein Kandidat: ein österreichischer Coach, der zuletzt in Polen gearbeitet hat und die Materie Skisprungen so kennt wie seine Westentasche.
Pius Paschke wird 19., Philipp Raimund 28., Felix Hoffmann scheidet nach dem ersten Sprung aus. Die Bilanz fällt dünn aus: Kein einziger Podestplatz in der Skiflug-Weltcup-Saison, nur zwei Top-Ten-Ergebnisse seit Sotschi. Für Horngacher, der 2019 den vermeintlichen Neuanfang einläutete, endet die Amtszeit mit einem Achter, einem Elfer und vielen offenen Fragen.
Kamil Stoch springt seinen letzten Wettkampf. Der Pole verabschiedet sich wie am Vortag Katharina Schmid – und wie einst unter Horngacher, der ihm zwei von drei Tournee-Siegen bescherte. Die deutsche Truppe klatscht, doch die Blicke wandern schon weiter: Wer den Laden übernimmt, muss nicht nur Sprungtechnik verordnen, sondern auch die Köpfe richten. Die Saison ist vorbei, die Arbeit beginnt gerade erst.