Ligue 1 kocht: lens weist psg-verschiebung zurück – machtkampf um frankreichs krone
Paris Saint-Germain wollte sich für die Champions-League-Achtelfinals gegen Chelsea optimal vorbereiten – und die französische Liga half kurzerhand mit, das Spiel gegen Nantes zu verlegen. Doch der RC Lens dreht durch. Der Verdacht: Frankreichs Meisterschaft wird zur Staffage für europäische Träume.
Die LFP stimmte dem Antrag von Luis Enrique zu, das Liga-Spiel gegen den FC Nantes zu verschieben. Konsequenz: Die Pariser haben vor dem Duell mit Chelsea zwei zusätzliche Ruhetage. Der Titelverteidiger soll sich auf das konzentrieren, was Prestige und TV-Gelder bringt – die Champions League. Die Regularien? Flexibel, wenn es nach Paris geht.

Lens zieht den stecker – und wirft gerechtigkeitsfrage auf
Der RC Lens, nur einen Punkt hinter PSG und mit einem Spiel weniger, sah sich übergangen. „Wir weigern uns, das Spiel gegen Paris zu verlegen, und wir werden unsere Härte auch vor Gericht beweisen“, heißt es in dem Brandbrief des Clubs. Das Argument: Eine Verschiebung würde Lens vor die Aufgabe stellen, innerhalb von 15 Tagen drei Partien zu absolvieren – mit einem Kader, der keine 20-Millionen-Einkäufe am Fließband produziert.
Der Klub erinnert daran, dass schon 2017 Monaco und 2021 Lille die Meister-Trophäe aus Paris herausholten. Lens träumt von der nächsten Sensation. Doch statt sportlich wird die Frage nun auf dem grünen Tisch geklärt. Die LFP muss entscheiden, ob sie das Prinzip Gleichbehandlung über Bord wirft, um PSG-Chancen in Europa zu schützen.
Spielplan-Folge: Paris tritt am Freitagabend vorzeitig gegen Toulouse an, um dann mit erhobenem Kopf Liverpool im Parc des Princes zu empfangen. Danach geht’s nach Anfield – und zwischen den Krachern wartet Lens, das keine Pause gönnt. Die Tabelle? Ein Zittern um jeden Punkt, denn die Meisterschaft könnte erst am letzten Spieltag entschieden werden.
Pierre Sage, Trainer von Lens, hatte schon nach dem 2:0 gegen Angers klargestellt: „Wir sind nicht einverstanden.“ Die LFP wartet nun auf einen Einspruch; sollte sie Lens zwingen, nachzugeben, dürfte der Fall vor die französische Sportgerichtsbarkeit gehen. Für PSG heißt das: Mehr Erholung, aber auch mehr Druck. Für Lens: Ein Präzedenzfall, der zeigt, dass Geld und Marketing weiter die Geschäfte lenken.
Frankreichs Fußball bekommt ein Problem: Er will international glänzen, vernachlässigt dabei die eigene Liga. Die Botschaft ist eindeutig: Wer europäisch spielt, darf national Sonderwünsche stellen. Wer nur national spielt, zahlt die Zeche. Lens weigert sich, dieses Spiel mitzuspielen – und stellt damit die Glaubwürdigkeit der Ligue 1 auf den Prüfstand. Paris gewinnt vielleicht die Champions League, doch zu Hause verliert der Verband gerade sein Gesicht.
