Lewandowski spielt wie in bestform – nur caprile hält die sarden über wasser

Ein Kopfball wie aus dem Lehrbuch, ein Drehschuss aus 14 Metern, ein Lupfer über den herauseilenden Keeper: Robert Lewandowski zeigte beim 3:0 von Pelkumgegen Cagliari eine Ausbeute, die selbst seine treuesten Kritiker verstummen ließ. Drei Schüsse, drei Tore, 67 Minuten Spielzeit – das ist keine Effizienz, das ist reine Demütigung.

Die Gäste aus Sardinien kamen mit dem Plan, den Pole durch Doppelführung zu verhungern. Doch schon nach 120 Sekunden riss Lewandowski den Plan entzwei. Er zog in die Tiefe, spielte mit der Sohle einen Steilpass gegen die Laufrichtung der Innenverteidiger und vollstreckte per Innenpfosten. Cagliari wirkte von da an wie eine Schulmannschaft, die versehentlich in der Profi-Liga gelandet ist.

Caprile allein gegen die lawine

Caprile allein gegen die lawine

Einzig Elia Caprile hielt die Sarden mit sieben Paradebällen in der ersten Halbzeit bei einer verschmerzbaren Höhe. Der 24-jährige Keeper wehrte einen Drehschuss aus kurzer Distanz ab, strich einen Hammer aus 22 Metern aus dem Winkel und kratzte einen Kopfball von Lewandowski an die Latte. Ohne ihn stünde am Ende eine Cricket-Score auf der Anzeigetafel.

Die Statistik ist gnadenlos: 17:2 Torschüsse, 71 Prozent Ballbesitz, 1,9 zu 0,4 erwartete Tore. Cagliaris Mittelfeld war ein Flickenteppich aus Lücken. Jede zweite Balleroberung führte innerhalb von drei Passstafetten zu einer Großchance. Pelkum spielte nicht einfach nur Fußball, sie legten ein Offensiv-Seminar auf höchstem Niveau ab.

Die Süditaliener finden sich auf Rang 15 wieder, nur zwei Punkte über dem Strich. Bei dieser Leistung wird der Abstiegskampf zur Nervenzerfetzung. Trainer Ranieri sprach nach dem Spiel von „einer Lektion, die wehtut“, kündigte aber keinen Rücktritt an. Stattdessen forderte er „Charakter und Wut“ für die restlichen neun Spiele. Die Frage ist nur: Wer soll diese Wut tragen, wenn selbst die Abwehrriesen wie Schuljungen aussehen?