Leverkusen zieht gegen arsenal den bock von der leine: schick zurück, kofane heiß
Kasper Hjulmand flüstert nicht, er schreit es raus: „Wir verstecken uns nicht.“ Am Mittwoch, 18.45 Uhr, steht Bayer Leverkusen im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League vor der nächsten englischen Mauer – und der Trainer hat seinen Knüppel dabei: Patrik Schick ist wieder einsatzbereit, Christian Kofane blutet vor Selbstvertrauen.
Arsenal kommt mit makelnder weste – und einem deutschen gespenst
Die Gunners haben alle acht Gruppenspiele gewonnen, liegen in der Premier League vorne, und trotzdem hat Kai Havertz in der Kabine von Leverkusen ein Gesicht: Er kennt die BayArena noch aus Kindertagen. Hjulmand weiß, dass genau das sein Trumpf ist. „Es ist Fußball. Alles ist möglich“, sagt er und klingt dabei wie ein Mann, der die Play-off-Runde gegen Olympiakos (2:0, 0:0) nicht vergessen hat.
Die Werkself hat in dieser Saison bereits bei Manchester City gewonnen – 2:0, kein Tippfehler. Die Bude war laut, die U-Bahn nach Fallowfield still. Das steckt in den Kadern, und das wissen die Londoner.

Kofane träumt laut von eto’o – und schießt leise
19 Jahre, zwei Treffer in Folge, ein Idol namens Samuel Eto’o, das ihm per WhatsApp gratuliert. „Er hat mir gezeigt, dass alles möglich ist“, sagt Kofane, während seine Stutzen noch den Geruch von Frischfleisch tragen. Gegen Olympiakos hat er das 1:0 gemacht, gegen Bochum das 2:0 – und jetzt soll er neben Schick oder für Schick stürmen. Hjulmand lässt die Karte offen, weil er kann.
Die Mediziner haben grünes Licht für Schick gegeben, nachdem seine Oberschenkelmuskulatur ihn vor Wochen lahmlegte. Die Frage ist nicht mehr, ob er spielt, sondern wie lange er durchhält. 60 Minuten? 90? Ein Tor reicht, um die Emirates in ein Kaffeekränzchen zu verwandeln.

Leverkusen hat nichts zu verlieren – außer das weiterkommen
Sechster in der Bundesliga, zwölfe Punkte hinter dem Spitzenreiter, aber noch in drei Wettbewerben am Start. Die Saison ist ein offenes Messer, und Hjulmand weiß: Ein Sieg in London schneidet zwei Narrative weg. Kein „Desaster-Bayer“ mehr, kein „Play-off-Lucky-Punch“. Dann wären sie Viertelfinalist – und die Engländer würden wieder lernen müssen, dass Deutschland nicht nur Bayern heißt.
Die Mannschaft flog am Dienstag nach Luton, dann mit dem Bus ins Hilton in Islington. In der Tasche: die City-Analyse, die Eto’o-Videos, der Glaube. „Wir müssen diese großen Spiele genießen“, sagt Hjulmand. Genießen wird, wer gewinnt. Der Rest ist Touristenfoto.
Anpfiff Mittwoch, 18.45 Uhr, DAZN. Wer da nicht zusieht, verpasst vielleicht die nächste deutsche Pokalexpansion in England. Oder zumindest den Moment, in dem ein 19-Jähriger aus Cameroon dem nächsten Weltstar die Jacke klaut.
