Leverkusen kippt bitburger raus – ab inbev zapft ab 2026 an

Die BayArena bekommt einen neuen Schankmeister. Nach 31 Jahren verabschiedet sich Bitburger, Anheuser-Busch InBev übernimmt ab 2026/27 für fünf Jahre – und bringt Bud, Beck’s und Spaten mit ins Rheinland.

Die ehe mit bitburger endet im sommer 2026

Ein Ende, das kein Drama braucht. 1995 stieg Bitburger als Partner auf, lange bevor die Werkself international im Fernsehen lief. Drei Jahrzehnte lang lieferten die Eifeler die Flüssigkeit für Meisterfeiern und Europa-League-Nächte. Nun zieht sich die Privatbrauerei zurück – auf eigenen Wunsch, heißt es intern. Der Vertrag läuft kontraktgerecht aus, keine Klage, kein Tränentropfen. „Bemerkenswerte Treue und stetige Zuverlässigkeit“, dankt Markus Breglec, CMO von Bayer 04, in einem Satz, der eher klingt wie ein Nachruf auf eine treue Gartenschau.

Doch im gleichen Atemzug schlägt Bayer 04 die Kapitänskappe an den globalen Braukonzern. AB InBev liefert nicht nur Bier, sondern ein ganzes Portfolio an Marken, das die Logik des modernen Stadionbusiness widerspiegelt: ein US-amerikanisches Lager für internationale Gäste, deutsche Klassiker für das heimische Publikum, dazu Hospitality-Pakete und LED-Bandenflächen, die sich in alle Richtungen exportieren lassen.

Früh kölsch bleibt – ein schluck provokation im eigenen haus

Früh kölsch bleibt – ein schluck provokation im eigenen haus

Die Pointe: Früh Kölsch bleibt. Das Kölner Traditionsbier darf auch künftig in der Arena fließen – ein kleiner Schwenk der Festbierhähne Richtung Nachbarstadt. Für Fans ein kleiner Seitenhieb, für den Club ein zusätzliches Geschäft. Die Rheinländer verstehen sich auf Diversifikation.

Der Deal selbst läuft bis 2031, mit Option auf Verlängerung. Zahlen nennt keiner, aber Brancheninsider schätzen die Gage für Bayer 04 im zweistelligen Millionenbereich – ein Sprung, der sich für den Club lohnt. Die Bundesliga spielt international, die Marke Leverkusen soll mit Budweiser-Werbung in den USA auftauchen, in Mexiko, in Kanada – rechtzeitig zur WM 2026, die AB InBev ohnehin als offizieller Partner bedient.

Philipp Rosar, On-Trade Director bei AB InBev Deutschland, spricht vom „Top-5-Klub“ und von „neuen Maßstäben“. Gemeint ist: mehr Bier, mehr Daten, mehr Kooperationen mit Einzelhändlern, die im Umfeld der Arena Bud aufstellen. Die BayArena soll zur Showbühne für globale Marken werden, nicht nur für Fußball.

Die Frage, die in den Kneipen rund um Leverkusen diskutiert wird: Schmeckt das den Stammgästen? Bitburger galt als identitätsstiftend, ein Stück Region. Budweiser dagegen ist in Deutschland oft das Bier, das man bestellt, wenn der Automat leer ist. Die Antwort liefert die Zahlenlogik: Die Werkself spielt 2025/26 erstmals in der Klub-WM, das Stadion wird erweitert, der internationale Fananteil steigt. Da zählt jedes Exportverglas, egal ob aus Bremen oder St. Louis.

Der Wechsel ist besiegelt, die Zapfhähne umgerüstet. Im Sommer 2026 hebt der Schiedsrichter zum ersten Mal die Pfeife – und an den Theken läuft schon Bud. Bitburger trinkt man dann zu Hause, als Erinnerung. So schnell kann Fußball sein.