Leverkusen bremst arsenal – havertz trifft spät, aber die werkelf lebt
90 Minuten lang war Kai Havertz nur Zuschauer, dann trat er in die alte Heimat ein und erstickte Leverkusens Traum vom frühen Viertelfinale. Doch die Werkelf wehrt sich. Mit einem 1:1 im Rücken reist sie nach London – und hat mehr als nur eine Hoffnung.
Andrich trifft, havertz beendet die ruhe
Robert Andrich köpfte nach einer Ecke ein, da war Arsenal plötzlich hinten – erstmals in dieser Champions-League-Saison. Die BayArena tobte. 43 Minuten später war alles anders. Tillman rutschte ins Bein von Madueke, der VAR bestätigte, Havertz verwandelte. 1:1. Der Schock saß tief, aber er riss kein Loch. Denn wer Bayer in den letzten Wochen beobachtet hat, weiß: Diese Mannschaft trägt sich nicht einfach tot.
Kasper Hjulmand hatte vorher gesagt, Arsenal sei „vielleicht die beste Mannschaft Europas“. Er sagte auch: „Es ist Fußball. Alles ist möglich.“ Genau das spielte sich vor 70.000 Zuschauern ab. Gyökeres jagte die Abwehr, Martinelli donnerte die Latte, doch Leverkusen stand. Palacios grätschte, Kofane stemmte sich als einsamer Sturmanker gegen Saliba und White. Die Werkelf ließ sich nicht einlullen, sie konterte. Maza verzog knapp, Frimpong raste bis zur Grundlinie. Arsenal hatte 68 Prozent Ballbesitz – aber keine Lösung.

London bietet die zweite chance
Seit 2002 wartet Leverkusen auf ein Viertelfinale. Damals lief Real Madrid über sie hinweg. Heute ist der Gegner anders, aber nicht weniger groß. Arsenal hat in der Premier League nur zwei Niederlagen kassiert, ist Tabellenführer mit 70 Toren. Doch genau diese Statistik ist am Dienstag Makulatur. Ein Tor reicht, um die K.-o.-Runde zu erreichen – und die Werkelf hat bewiesen, dass sie in der Lage ist, die Gunner zu ärgern.
Die Ausgangslage ist klar: Wer schießt, fliegt. Und Leverkusen? Die haben nichts mehr zu verlieren. Das macht sie gefährlich. „Wir haben gezeigt, dass wir mithalten können“, sagte Andrich im Mixed-Zone-Flickerlicht. Das war keine Standard-Phrase, es klang nach ehrischem Selbstvertrauen. Nach 24 Jahren Endrunden-Abstinenz ist das Viertelfinale keine Utopie mehr, sondern eine echte Chance. Ein einziger perfekter Abend in der Emirates kann reichen. Die Werkelf ist bereit – und London soll es spüren.
