Herbert bricht sich das herz: bayern-aus und bewegende spieler-geste
Gordon Herbert, der gefeierte Weltmeister-Trainer, hat in einem emotionalen LinkedIn-Post seine schwierige Zeit nach der Entlassung beim FC Bayern Basketball geschildert. Doch es ist nicht nur die Trennung von den Münchnern, sondern auch ein Herzmuskelproblem durch Corona, das den Kanadier schwer traf. Was folgte, offenbarte eine menschliche Seite des Sports, die selbst einen erfahrenen Coach wie Herbert überraschte.
Die last der auswärtsspiele und der bittere abschied
Die Situation war bereits angespannt: Ende Dezember standen für die Bayern sieben Auswärtsspiele in Folge auf dem Programm – eine beispiellose Herausforderung. Die resultierenden Niederlagen, darunter eine deutliche 77:103-Pleite in Monaco, führten schließlich zu Herberts Entlassung. Doch die Ereignisse unmittelbar danach übertrafen alles, was er je erlebt hatte.
„Rund 20 Minuten nachdem ich es den Spielern gesagt hatte, klopfte es an meiner Hotelzimmer-Tür“, schreibt Herbert. Acht Spieler standen davor. Eine Gruppe, die ihm nicht nur Respekt, sondern auch tiefe Empathie entgegenbrachte. „Wir sprachen. Sie hatten gesehen, was ich durchgemacht hatte. Sie hatten mich krank gesehen.“ Eine Szene, die Herbert nachhaltig beeindruckte und ihm Tränen der Erleichterung entlockte. „Nachdem sie gegangen waren, brach ich zusammen und weinte.“

Mehr als titel: die wertschätzung der spieler
Herbert blickt auf eine Karriere mit zahlreichen Titeln zurück – vom finnischen Pokal über zwei Deutsche Meisterschaften bis hin zum WM-Titel 2023. Doch er gesteht: „Dieser Moment bedeutete mir mehr, als die Meisterschaft zu gewinnen.“ Es habe ihm im Laufe der Jahre gezeigt, dass es Spieler gibt, die sich wirklich kümmern, und solche, die nur Mitläufer sind. Diese acht Spieler gehörten eindeutig zur ersten Kategorie.
Unter den Spielern befanden sich Nationalspieler wie Andi Obst, Johannes Voigtmann, Niels Giffey und Justus Hollatz. Herbert lässt offen, wer genau in sein Zimmer kam, aber seine Worte sind klar: „Ergebnisse sind wichtig. Personen sind wichtiger. Das menschliche Element.“
Herbert wird diese Erkenntnis ab Sommer als kanadischer Nationaltrainer wieder in den Fokus rücken. Die New Zealand Breakers aus Auckland haben zudem Interesse an seiner Person bekundet und ihn als möglichen Nachfolger des Finnen Petteri Koponen ins Gespräch gebracht. Doch für Herbert zählt vorerst, dass er die Bedeutung des menschlichen Faktors im Sport neu definiert hat – eine Lektion, die ihm die Spieler des FC Bayern Basketball auf bittere, aber auch bewegende Weise vermittelt haben.
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