Lemgo rettet in letzter sekunde das remis: zehnder trifft und hält kiel im blick

Neun Sekunden fehlten dem TVB Stuttgart zur Riesenüberraschung, dann schlug Samuel Zehnder den Handball mit der Kuhlmann-Sekunde zum 32:32 ins Netz und riss den TBV Lemgo Lippe zurück in die Realität der Tabelle: Sechster, ein Punkt hinter Kiel, Europacup-Licht noch sichtbar.

Was vor 60 Minuten wie eine Beute-Garantie aussah, wurde zur Zitterpartie. Stuttgart, Tabellenzwölfter, lief ohne jede Torhüter-Parade auf, aber mit einer Mission: endlich wieder siegen. Die Gäste lagen 16:21 zurück, wirkten ideenlos, und Trainer Florian Kehrmann schon mit einem Bein auf der Bank der Selbstzweifel.

Die wende kam mit möstl und einem siebenmeter-pfiff

Die wende kam mit möstl und einem siebenmeter-pfiff

Constantin Möstl hatte in der 14. Minute die erste Parade des Spiels gemacht, kurz darauf auch Häfners Strafwurf gestoppt – ein Vorgeschmack auf die Schlussoffensive. Als Jakob Nigg in der 60. Minute den Ball verliert, pfeift Schiedsrichter Kuttler sofort: Siebenmeter. Zehnder läuft an, schiebt unten links ein, Uhr steht bei 59:55.

Die Szenerie war pure Kontrastfolie: Stuttgart mit 9.100 Zuschauern in der Porsche-Arena, Lemgo mit 18 vergebenen Ballverlusten und trotzdem am Ende der glücklichere Klub. Lenny Rubin traf neunmal für die Schwaben, doch sein letzter Wurf von der Mittellinie kullert erst nach Sirenschlag im Netz ein – zu spät, zu harmlos.

Mit dem Punkt reist Lemgo nach Ostwestfalen zurück und weiß: Am Samstag kommt MT Melsungen, dann zählt nur noch Sieg, sonst wird der Anschluss an Kiel zur Schneise. Stuttgart muss am Donnerstag beim Bergischen HC ran und darf sich nicht länger auf Platz zwölf einrichten – sonst wird der Frühling zur Abstiegslotterie.