Lemgo patzt gegen abstiegskandidat göppingen und kassiert bösen european-league-dämpfer
Die Handballer des TBV Lemgo Lippe haben sich am Sonntag mit einem 27:30 (14:11) gegen Frisch Auf Göppingen selbst um die Favoritenrolle gebracht – und damit die Tabellenspitze erneut verlassen. Die Pleite schmerzt dreifach: Sie ist die zweite Niederlage in Serie, die dritte Heim-Anschlagung der Saison – und sie rutscht Lemgo auf Rang sechs ab, fünf Zähler hinter den internationalen Plätzen.
Möstl hält, aber göppingens buchele wird zum matchwinner
Constantin Möstl stand wie ein Brett vor dem Tor, parierte neunmal und verhinderte zwischen der 12. und 20. Minute beinahe im Alleingang die vorzeitige Vorentscheidung. Doch auf der Gegenfahrbahn wuchs Julian Buchele zur Mauer: Der Göppinger Schlussmann zerstörte mit drei Glanztaten in Folge den Lemgoer Anschlusstreffer, als es auf 25:27 stand. „Wir haben die richtige Einstellung, aber die falsche Uhrzeit“, zischte Florian Kehrmann nach der Partie – gemeint war das mangelhafte Timing in Unterzahl-Situationen.
Die Statistik lügt nicht: Nach dem Seitenwechsel versenkte Lemgo nur 13 von 22 Würfen – ein Prozentsatz, der gegen Abstiegsbedrohte sonst undenkbar ist. Niels Versteijnen trug mit neun Treffern zwar die Angriffe, doch die Kreisläufer lieferten sich ein Stelldichein der Fehlwürfe: fünf Ballverluste in 60 Sekunden, alle in Überzahl. „Da haben wir uns selbst mit dem Holzhammer bearbeitet“, so Kapitän Hutecek.

Göppingen beendet zwei negativserien auf einen schlag
Zehn Spiele warteten die Schwaben auf einen Erfolg – jetzt folgte der dritte Sieg innerhalb von 14 Tagen. Trainer Rolf Brack plauderte aus dem Nähkästchen: „Wir haben Lemgo mit eigenen Waffen geschlagen: frühes Risiko in der 3-2-1-Deckung und schnelles Umschaltspiel.“ Elias Newel war dabei der lautlose Hauptdarsteller: acht Tore, keine zwei-minütige Strafe, 72 % Wurfquote. „Wir haben nicht gejubelt, wir haben gearbeitet“, sagte der Rückraum-Allrounder und schmunzelte: „Jetzt dürfen wir wieder nach oben schauen.“
Für Lemgo heißt es erst einmal Luft holen. Die Nationalmannschaftspause kommt wie gerufen – und doch bleibt ein fader Beigeschmack: Gegen den TVB Stuttgart (29. März, 16.30 Uhr) droht im fernen Baden-Württemberg bereits das nächste Auswärtsspiel auf Messers Schneide. Fünf Punkte Vorsprung auf Rang sieben klingen nach Puffer, doch mit zwei weiteren Patzern schrumpft das Polster auf ein Minimum. Die Saison ist längst nicht mehr in Trostpreise zu retten – sie beginnt erst richtig.
