Roosters knallen ingolstadt weg – saison-aus mit schmackes

Die Iserlohn Roosters haben sich nicht mit einem Abgesang verabschiedet, sondern mit einer Kampfansage. 5:3 gegen den ERC Ingolstadt, Rang zwölf, 58 Punkte – das klingt nach Mittelmaß, fühlte sich am Sonntag am Seilersee aber nach einer Demonstration an.

Was war passiert? Tyler Boland schraubte den Puck nach 22 Minuten zum 3:1 ins Netz, Johannes Huß legte 63 Sekunden später nach – 4:1. Die Halle explodierte, Ingolstadt wirkte wie angeschossen. Henrik Törnqvist besorgte mit dem 5:1 (31.) den Schlusspunkt, bevor Leon Hüttl und Riley Barber nur noch Ergebniskosmetik betrieben.

Die zweite hälfte des mitteldrittels war ein blitz

Drei Tore in 3:12 Minuten. Keine Zeit für Atemholen, keine Chance für ERC-Torhüter Kevin Poulin. Die Roosters spielten, als gäbe es kein Morgen – weil es für sie keines gab. Die Playoffs waren seit Wochen Makulatur, der Rückstand auf Platz zehn zu groß. Was blieb, war Stolz. Und der ließ sich am Sonntag abrufen.

Daniel Fischbuch hatte den Auftakt gemacht (11.), Christian Thomas die 2:1-Pausenführung beschossen (19.). Die Zuschauer – 7.509 an der Zahl – sangen sich heiser. Die Spieler warfen sich in jeden Zweikampf, als wolle man sich selbst ein Bild davon malen, wie es hätte sein können.

Ingolstadt reist mit frust – und dennoch als fünfter in die postseason

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Die Oberbayern wechselten in den letzten sechs Partien Sieg und Niederlage ab, ein Muster, das sich fortsetzte. Coach Mike Stewart wird die Leerlaufphasen im Mitteldrittel analysieren, denn dort verlor seine Mannschaft nicht nur das Spiel, sondern auch die Kontrolle. Die Roosters dagegen fanden genau das, was sie die ganze Saison über vermisst hatten: Konstanz im Tempo, gnadenlose Effizienz vor dem Tor und eine Selbstüberwindung, die man sonst nur aus Playoff-Serien kennt.

Am Ende standen 58 Punkte, Platz zwölf, 14 Siege – Statistik, die niemanden in Jubel ausbrechen lässt. Doch die Art, wie man sich trotz allem in die Sommerpause verabschiedete, hinterlässt ein Gefühl: Diese Truppe kann mehr, wenn sie will. Die Frage ist nur, ob sie will. Die Antwort bekommen wir in sieben Monaten.