Leipzig stürzt ab: heimfluch zerstört millionen-hoffnung

Frank Carstens sprach es aus, was 5000 Kehlen in der Quarterback Immobilien Arena erstickte: „Wir haben einen Schlag in die Fresse gekriegt.“ Das 28:35 gegen den Bergischen HC war kein einfacher Heim-Patzer, sondern der K.o.-Schlag für einen Klub, der mit acht Millionen Euro Etat auf Kurs Richtung Zweite Liga rast.

Die DHfK hätte erstmals den Relegationsrang verlassen können. Stattdessen servierte sie die erbärmlichste Heimleistung der Saison. Nur drei Punkte aus acht Parthen in der eigenen Halle – das schafft selbst Schlusslicht Wetzler doppelt so gut. Die Träne des Kapitäns Lukas Binder lief unter der Bande entlang: „Ich kann es mir nicht erklären.“

Die zahlen, die den verein erfrieren lassen

Sechs Paraden – das war das gesamte Keeper-Kontingent von Ebner und Mrkva. Bei 35 Gegentreffern ein Witz. Die Kreismitte ohne Klima, Rogan und Lönn wirkte wie ein offenes Tor. Bergisch spielte jeden Carstens-Plan locker an die Wand. „Die wollten es mehr“, sagte Rechtsaußen Krzikalla. Das ist im Sport das härteste Urteil.

Der Abstiegsrechner tickt gnadenlos. Noch sechs Spiele, vier davon auswärts. Die Leipziger holten 70 % ihrer Saisonpunkte fern der Pleiße. Doch das nächste Heimspiel kommt – gegen Magdeburg. Verlieren sie das, reicht kein Wunder mehr. Und dann stehen plötzlich nur noch zwei Spieler unter Vertrag: Torhüter Hertzfeld und Neuzugang Suljakovic.

Der markt ist leer – die zeit auch

Der markt ist leer – die zeit auch

Handball-Deutschland hat längst die Personalpoker abgeschlossen. Wer in Mai abstiege, dürfte mit einem Großteil der jetzigen Mannschaft in der 2. Liga planen – nur eben mit halbem Etat. Carstens: „Ein klarer Schnitt müsste her“, doch der Sommer ist schon jetzt verpasst. Die DHfK steht vor dem Zusammenbruch, den kaum jemand in der Halle noch laut ausspricht.

Am Freitag fliegt die Mannschaft nach Stuttgart. Dort winkt kein Bonus mehr, nur noch die reine Relegation. Leipzig muss auswärts gewinnen, um überhaupt noch Heimdruck zu erzeugen. Sonst wird die Quarterback Arena zur Arena der Tränen – und der Abstieg zur Gewissheit, bevor das letzte Heimspiel kommt.