Leipzig klaut siebenmeter-trick: vier schützen, ein retter

Der SC DHfK Leipzig dreht am Abgrund der 2. Handball-Bundesliga an jeder Schraube – selbst an der, die sonst nur der HSV dran hat. Gegen Eisenach verwandelten vier verschiedene Leipziger vier Siebenmeter, nur einer blieb liegen. 75 Prozent. Das rettet nicht nur Punkte, sondern Köpfe.

Carstens räumt den diebstahl ein

Carstens räumt den diebstahl ein

Trainer Frank Carstens lacht, als er gefragt wird, ob er sich die Idee beim Tabellenletzten abgeschaut hat: „Klar, wir haben den HSV analysiert. Die rotieren seit Wochen durch. Warum sollten wir das Rad neu erfinden?“ Die Zahlen sprechen für den Plagiator: Vor dem Trick lag Leipzigs Quote beim Elfmeterpunkt bei 69 Prozent – nur die HSG Wetzlar war schlechter. Nach dem Spiel ist sie auf 71 gestiegen, Tendenz steigend.

Lucas Krzikalla, sonst Erwählter vom Punkt, hob die Hand – und ließ die nächste liegen. „Ich habe mich selbst rausgenommen“, sagt der Rechtsaußen. Die Lösung: Hinriksson, Pater, Khairi. Vier unterschiedliche Laufwege, vier unterschiedliche Wurfbilder. „Der Torwart kann nicht mehr raten, er muss reagieren. Das ist der Unterschied zwischen 2:0 und 0:2 im Kopf.“

Leipzig hat mit diesem Kniff zwei Siege gegen Hamburg geholt. Ironie der Saison: Gegen genau den HSV, von dem sie den Trick geklaut haben, feierten die Sachsen ihre einzigen Bundesligasiege. Nun hoffen sie, dass der Diebstahl auch gegen die direkten Konkurrenten zieht. Am Samstag geht’s nach Wetzlar – dort wartet die einzige Mannschaft, die es am Punkt noch schlechter macht.

Die Kugel rollt weiter. Und Leipzig rotiert.