Leipzig kämpft sich durch, rostock siegt im krisengipfel

Der 22. Spieltag der 2. Handball-Bundesliga der Frauen hat geliefert, was man von einer engen Liga erwartet: knappe Duelle, überraschende Punkteteilungen und eine Spitzenreiterin, die in Regensburg bis zur 57. Minute um ihr Leben kämpfen musste. Kein Selbstläufer, kein Spaziergang – nur Handball in seiner ehrlichsten Form.

Leipzig zittert sich zum sieg – lammich macht den unterschied

Beim ESV 1927 Regensburg lag der HC Leipzig noch beim Stand von 25:24 in der 57. Minute hinten. Wer da schon an eine Überraschung glaubte, hatte die Rechnung ohne Lisa Lammich gemacht. Zehn Tore von der Leipziger Spielmacherin und sechs weitere von Jana Walther – vier davon vom Siebenmeterpunkt – drehten das Spiel am Ende auf 28:26. Regensburgs Franziska Peter traf siebenmal gegen ihren Ex-Klub, aber es reichte nicht. Leipzig ist zurück in der Spur.

Rödertal marschiert, freiburg atmet auf

Rödertal marschiert, freiburg atmet auf

Während Leipzig zitterte, ließ der HC Rödertal nichts anbrennen. Acht Siege in Serie – das ist kein Zufall, das ist System. Trainer Maike Daniels konnte sich den Luxus leisten, die Einsatzzeiten zu verteilen, und gewann trotzdem souverän mit 36:23 gegen die SG 09 Kirchhof. Alicja Pekala mit sechs Treffern war die Auffälligste in einem Spiel, das nach der Pause keine Fragen mehr offenließ.

Ganz anders die Lage bei der HSG Freiburg: Die Red Sparrows lagen gegen Mainz 05 noch mit 9:12 zurück, drehten die Partie aber komplett um und gewannen am Ende mit 36:30. Saskia Probst steuerte elf Tore bei – davon einen vom Siebenmeterpunkt. Freiburg kann sich nun von den Abstiegsrängen wegbewegen und nach oben schauen. Das ist der Unterschied zwischen einer Mannschaft, die kämpft, und einer, die nur hofft.

Rostock gewinnt den krisengipfel – lintfort geht leer aus

Rostock gewinnt den krisengipfel – lintfort geht leer aus

Zwei Mannschaften, die dringend Punkte brauchten. Nur eine konnte sie bekommen. Der Rostocker HC machte mit dem TuS Lintfort kurzen Prozess: 37:25, angeführt von einer überragenden Finja Jaz Wolf mit elf Treffern und Patrycja Drewnik mit sechs. Lintforts Leonie Udaw traf neunmal – eine beachtliche Einzelleistung in einem Team, das als Kollektiv nicht mithalten konnte. Rostock hat seinen Krisenmodus vorerst verlassen.

Unentschieden in bremen und solingen – punkte geteilt, fragen offen

Unentschieden in bremen und solingen – punkte geteilt, fragen offen

Werder Bremen bleibt in der heimischen Klaus-Dieter-Fischer-Halle seit fast sechs Monaten ungeschlagen – aber gegen den Bergischen HC reichte es nur zum 30:30. Leni Ruwe traf sieben Mal für die Grün-Weißen, doch es war Vesna Tolic mit fünf Siebenmetern, die das Remis letztlich rettete. Auf der anderen Seite glänzte Svenja Mann mit zehn Toren – zu wenig für den Sieg, zu viel, um einfach vergessen zu werden.

Ähnliches Bild in Solingen: Der HSV Solingen-Gräfrath und die SGH Rosengarten-Buchholz trennten sich 28:28. Buchholz führte zur Pause noch mit 18:13, verspielte den Vorsprung bis zum 19:19 – und am Ende blieb für beide Seiten nur ein Punkt. Manchmal ist das Unentschieden das ehrlichste Ergebnis.

Leverkusen gegen nürtingen – das duell am sonntag

Leverkusen gegen nürtingen – das duell am sonntag

Das Wochenende hat noch ein Nachspiel: Am Sonntag um 16:00 Uhr empfängt Bayer 04 Leverkusen in der Ostermann-Arena die TG Nürtingen, Tabellenzweite und klarer Favorit. Sportleiterin Annika Ingenpaß gibt die Marschroute vor: „Wir haben nichts zu verlieren.