Lehecka zittert vor sinner-final in miami – rekord ohne satzverlust nützt nichts
Jiri Lehecka steht vor der größten Nacht seiner Karriere – und weiß genau, dass er in Miami wahrscheinlich verlieren wird. Der Tscheche hat in diesem Turniel noch keinen einzigen Aufschlagspiel abgegeben, eine Statistik, die seit Djokovic’ Triumph in Shanghai 2018 niemand mehr hingekriegt hat. Doch die Nummer 14 der Welt, ab Montag bestes Ranking, trifft im Endspiel auf Jannik Sinner. Gegen den Italiener hat er dreimal verloren – und dabei gerade mal neun Games geholt.
Das 0:9 von paris ist lehecka noch in den knochen
Die Demontage im Achtelfinale von Roland Garros 2025 war so brutal, dass Lehecka sie mit Galgenhumor verarbeitete: Er postete ein Foto, auf dem er jubelt – mit der Erklärung, diese Freude gelte nicht einem Sieg, sondern dem einzigen Game, das er gegen Sinner ergattert hatte. Inzwischen hat er einen Mental-Coach, ein Team von vier Leuten und einen Aufschlag, der mit 214 km/h aufschlägt. Doch reicht das, wenn der Gegner in Miami schon wieder in einer anderen Liga spielt?
Die Zahlen sprechen gegen ihn: Sinner gewann die letzten 18 Sätze in Serie auf Hartplatz, hat in diesem Jahr erst eine Niederlage kassiert – und die war wegen seiner fünfwöchigen Dopingsperre. Lehecka selbst sagt vor dem Match: „Ich muss konstanter werden, das habe ich in den Trainings vernachlässigt.“ Es klingt wie ein Eingeständnis. Er weiß, dass er nicht nur Sinner schlagen muss, sondern auch sich selbst.

Der letzte test: kann er endlich die großnamen ärgern?
Die Karriere des 22-Jährigen ist ein Aufschwung mit Handbremse: zwei Titel der Kategorie 250, eine Klassierung, die ihn in der Chefetage des Sports kaum juckt. Im Vorjahr schaffte er den größten Sieg gegen Alcaraz, gegen Djokovic scheiterte er. Nun folgt die nächste Prüfung – und sie kommt in Person des amtierenden Weltmeisters. Lehecka hat nichts zu verlieren, außer vielleicht die Illusion, dass ein gutes Turnier auch ein gutes Endspiel garantiert.
Sollte er gewinnen, wäre es die Sensation des Jahres. Verliert er, ist es nur die Bestätigung einer Regel, die er selbst formulierte: „Ich muss irgendwann Djokovic oder Alcaraz schlagen.“ Sinner steht nicht explizit auf der Liste, aber er ist der Maßstab. In Miami wird sich zeigen, ob Lehecka nur ein guter Halbzeitheld ist – oder endlich bereit für die ganz große Bühne.
