Lebron schläft schlecht, trifft trotzdem 13 von 14: jetzt jagt der 41-jährige die zeit selbst

Ein Gähnen war’s, kein Korb. LeBron James stand in der Nacht auf Dienstag kurz vor dem Anpfiff gegen Houston da, müde, „fühle mich richtig schlecht“, wie er später zugab, und sein erster Korbleger landete genau dort, wo seine Energie schien: daneben. Dann traf er dreizehnmal hintereinander. 30 Punkte, 92,9 Prozent, 124:116 – die Lakers gewannen, die NBA verstummte.

Warum dieser 40-plus-30-punkte-festtag niemals zuvor existierte

Kein Spieler über vierzig je zuvor schaffte 30 Punkte bei 90 Prozent Feldwurfgenauigkeit. Die Statistikbehörde Elias verbannte die Marke sofort in den Ordner „Alterlose“. James selbst hatte diese Quote zuletzt 2013 hingelegt – gegen die Bobcats, als er noch 28 war. Jetzt, mit 41, ist er schwerer, langsamer, klüger. Er nahm nur 14 Würfe, weil er wusste: jedes zusätzliche Risiko hätte die Quote zerrissen. So spielt ein Mann, der nicht mehr gegen Gegner, sondern gegen die Uhr antritt.

Kevin Durant, 37, sein ewiger Rivale, stand mit den Rockets daneben und lachte nicht. „Er ist ein Freak, gebaut für dieses Spiel seit der Grundschule. Vier, fünf Jahre kann er so weitermachen, easy.“ Die Aussage klang nicht wie Höflichkeit, sondern wie ein Bauchklatscher an die Liga: der Zeitplan schrumpft, der King nicht.

Der rekord hinter dem rekord

Der rekord hinter dem rekord

Vor vierzehn Tagen überholte James Kareem Abdul-Jabbar als erfolgreichsten Feldwurfwerfer der Geschichte. Die Devise lautet: nächster Titel, nächste Spalte. Er führt in Punkten, in Feldwürfen, in Minuten – und mittlerweile auch in Listen, die eigentlich nur die Zeit schreiben durfte. Doch die Zeit ist der einzige Gegner, der nicht foulen kann. Also spielt James einfach weiter.

Die Lakers wackeln im Westen, doch das ist nebensächlich. Wichtig ist die Frage, wie viele schlechte Nächte ein Körper verkraftet, der 23 Saisons durch 82 Spiele, Play-offs und Olympia gepflastert hat. James selbst schob nach dem Spiel trocken an: „Ich beiße mich durch. Morgen wird’s besser.“ Es klang wie eine Drohung an den Kalender.

Die NBA hat ihre Next-Gen-Stars, doch die Zahlen der Alt-Gen lügen nicht. Wenn James in vier Jahren tatsächlich noch spielt, wird Durant 41 sein und selbst Geschichte lesen. Bis dahin jagt LeBron nicht mehr Rekorde – er jagt sein eigenes Ende. Und trifft dabei dreizehn von vierzehn Mal.