Goretzka packt schon koffer: milan schlägt juve mit dreijahres-deal
Leon Goretzka wird den FC Bayern verlassen – und zwar sofort, wenn es nach dem AC Milan geht. Der Serie-A-Zweite hat dem 31-jährigen Sechser einen Dreijahresvertrag auf dem Tisch gelegt, berichtet die Gazzetta dello Sport. Keine Ablöse, dafür fünf Millionen Euro Fixgehalt plus Boni. Ein Handschlag genügt, um Deutschlands langjährige Energiequelle in die Modestadt zu lotsen.
Warum milan jetzt zugreift – und juve nur zusieht
Massimiliano Allegri hat Goretzka seit Wochen auf der Wunschliste stehen. Der Coach schätzt dessen Vertikalität, Kopfballstärke und die Tatsache, dass der Nationalspieler 67 Mal ohne großes Tamtam für Deutschland auflief. Milan kennt die Konkurrenz: Juventus hatte zuerst telefoniert, zog aber die Preisschraube nicht. Die Rossoneri dagegen signalisieren klare Kante – und wollen Juve im Kampf um die Champions-League-Plätze eine Schippe draufsetzen.
Die Kalkulation ist kühl. Goretzkas Vertrag läuft aus, Bayern-Sportdirektor Christoph Freund hatte das Ende bereits Ende Januar verkündet. Für Milan entsteht kein Transferrisiko, nur ein Gehaltsrisiko – und das ist bei fünf Millionen jährlich überschaubar. Der Deal würde Milans Mittelfeld sofort athletischer machen, nachdem Bennacer und Reijnders in der Rückrunde phasenweise den Anschluss verloren.
Goretzka selbst schickte Signale. Im Februar sagte er im kicker, er wolle „eine neue Kultur erleben“. Italien passt: Sprachkurse laufen schon, die Familie mag Mailand als Lebensmittelpunkt. Türkei und Saudi-Arabien buhlten ebenfalls, doch der Spieler will weiter im europäischen Rampenlicht stehen. Champions League garantiert Milan, Geld garantieren die Araber. Für Goretzka zählt aber noch das Sportliche.

Was bayern verliert – und was milan gewinnt
Bayern verabschiedet nach acht Jahren einen Leistungsträger, der in der Allianz Arena oft das Zünglein an der Waage war. 42 Tore, 50 Vorlagen, unzählige Zwei-Kampf-Bälle – Statistiken, die der Klub nicht eins zu eins ersetzen kann. Pia-Sané, Pavlovic & Co. sollen die Lücke füllen, doch Erfahrung in engen Knock-out-Spielen bringt nur Goretzka.
Milan dagegen erhält einen WM- und CL-erprobten Profi, der in der Kabine sofort Führungsanspruch erheben kann. Seine Werte bei Sprintstafetten und Luftduellen stehen in der Bundesliga noch immer in den Top 10 der Mittelfeldspieler. Allegri plant laut Gazzetta mit einem 4-3-1-2, in dem Goretzka als rechter Achter neben Loftus-Cheek und neben Bennacer agieren soll. Die Dreierkette bekommt damit physische Präsenz und Passspiel gleichermaßen.
Die Verhandlungen laufen auf heißen Kohlen. Goretzkas Berater muss lediglich den letzten Bonuspunkt klären: eine Ausstiegsklausel nach Saison eins, falls Milan die Champions League verpasst. Milan-Boss Scaroni will das nicht, weil der Klub gerade neue Sponsoren wirbt. Doch der Spieler pocht auf Sicherheit. Die Lösung: ein Zweitjahr-Option, die automatisch verlängert, wenn Milan die Gruppenphase erreicht.
Ein Wechsel ohne Transfererlös, aber mit Signalwirkung. Milan bewegt sich im Markt, während Juve wartet. Goretzka erhält eine letzte große Bühne in Europa. Und der FC Bayern? Muss sich fragen, ob das Mittelfeld ohne seine deutsche Power nicht zu leicht verletzbar wird. Die Antwort bekommt er spätestens im Viertelfinale gegen Real – wenn Goretzka vielleicht schon in Mailand das Mittelfeld-Rondell betritt.
