Lebron james' einzige high-school-pleite: wie ein underdog den king stürzte

18.000 Zuschauer im Saal, der dreimalige Titel in greifbarer Nähe – und dann das: LeBron James verliert 2002 sein einziges Spiel in vier Jahren High-School-Karriere. Die Roger Bacon High School schickt den angehenden Superstar mit 71:63 nach Hause. Die Bilanz des damals 17-Jährigen: 81 Siege, eine Niederlage. Die Frage, die bis heute die Basketball-Welt beschäftigt: Wie schafften es die Außenseiter aus Cincinnati, den „Auserwählten“ zu Fall zu bringen?

Die show vor dem spiel: autogramme für den gegner

Josh Hausfeld, Point Guard von Roger Bacon, erinnert sich noch genau an den ersten Auftritt gegen James: „Die Schiedsrichter machten Selfies mit ihm, bevor wir aufs Feld liefen. Er war schon damals größer als das Spiel.“ Die Sports-Illustrated-Titelseite vom Februar 2002 mit dem damals 17-Jährigen und der Überschrift „The Chosen One“ war für Hausfeld der Beweis: „Wir dachten, nur Michael Jordan kommt da drauf.“

Doch statt sich einschüchtern zu lassen, nutzte Roger Bacon den Hype als Treibstoff. Assistant Coach Brian Neal ließ seine Spieler nach der regulären Saison-Niederlage mit einem Gefühl zurück: „Wir haben eine echte Chance, wenn wir sie wieder sehen.“ Die Chance kam – und James lieferte der Gegner die Zündung selbst.

Die tv-garantie, die das fass zum überlaufen brachte

Die tv-garantie, die das fass zum überlaufen brachte

24 Stunden vor dem Finale sagte James in einem lokalen TV-Sender den Sieg garantiert voraus. Für Forward Beckham Wyrick war das der Funke: „Wir waren sowieso scharf, aber diese Ankündigung war wie Kerosin.“ Die Taktik war klar: James mit Doppelteams zwingen, die Mitspieler kaltstellen und jeden Ball kampflos verteidigen. Dazu ein Zonen-Pressing, das St. Vincent-St. Mary die Luft nahm.

James warf trotzdem 32 Punkte, traf einen Half-Court-Buzzer-Beater und versenkte einen Dunk, der sofort Poster-Reife hatte. Doch seine Teamkollegen fanden keinen Rhythmus. Roger Bacon lag zur Halbzeit bereits mit 13 Punkten vorne, und die Akron-Arena verstummte.

Die 8-0-serie, die den king schlug

Die 8-0-serie, die den king schlug

Im letzten Viertel baute Roger Bacon die Führung mit einem 8:0-Lauf aus. James antwortete mit zwei Dreiern, doch jedes Mal hatte Bacon sofort die Antwort. Die Uhr lief herunter, die Cincinnati-Fans sangen bereits. Als der Schlusspfiff ertönte, stand LeBron mit leeren Händen da – und klatschte trotzdem als Erster den Gegner ab.

Hausfeld bilanziert heute kühl: „Wir haben bewiesen, dass fünf Spieler, die zusammenarbeiten, einen Plan haben und sich nicht für unbesiegbar halten, auch den größten Namen stoppen können.“ Die Niederlage war für James die erste und letzte in seiner High-School-Laufbahn – und vielleicht die wichtigste. Denn wer 81 Mal gewinnt und nur einmal verliert, lernt mehr aus diesem einen Mal als aus allen Siegen zusammen.