Lautaro feiert oster-comeback: inter bangt um tor-garantie

40 Tage ohne Lautaro Martínez. 40 Tage, in denen Inter Mailand zwei Siege aus fünf Spielen holte und die Meisterschaft plötzlich wieder offen ist. Am Samstag öffnete sich trotz freier Tage das Trainingszentrum in Appiano Gentile – nur für zwei Verletzte: Martínez und Henrikh Mkhitaryan. Während der Armenier noch Einheiten auf dem Laufband absolvieren muss, plant der Kapitän für nächste Woche den Gruppensprint.

Oster-duell gegen roma wird zum test

Der 5. April, Inter gegen Roma, ist längst kein Geheimtermin mehr. Martínez wird nach SPIEGEL-Informationen am Montag erstmals wieder mit der Mannschaft auf dem Platz stehen. Kein Kontrolltraining, kein Aufbaukreis – direkt Vollgas. Die medizinische Abteilung hat grünes Licht gegeben, weil sein Syndesmoseband die Belastungstests der vergangenen Tage ohne Schmerzreaktion überstand. Ein Risiko bleibt. Aber eins, das Inzaghi eingeht, weil ohne den Argentinier die Torgefahr um 38 % sinkt.

Inter hat in seiner Abwesenheit 22 Schüsse weniger aufs Tor abgegeben, die xG-Statistik brach um fast ein Drittel ein. Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Der «Toro» ist nicht nur emotional wichtig, er ist systemrelevant. Die Fans spüren das. Bei jedem Social-Media-Update der Klubaccounts kommentieren Tausende «Torna presto, capitano». Die Kurve will ihren Anführer zurück, bevor die Saison zu einer Geduldsprobe wird.

Chivu setzt individuelle akzente

Chivu setzt individuelle akzente

Interims-Coach Cristian Chivu nutzt die Länderspielpause, um individuelle Reize zu setzen. Er ließ Spielfilme schneiden, die zeigen, wie Martínez im November die Gegner-Abwehr mit Diagonalruns aufriss. Die Botschaft an den Stürmer: Dein Comeback soll kein Neuanfang sein, sondern eine Fortsetzung. Keine Rückwärtsgewandtheit, sondern ein Statement. Die Einheit am Gründonnerstag endet mit einem Sprint-Wettkampf gegen die U-19-Verteidiger – Martínez gewinnt mit 0,3 Sekunden Vorsprung und grinst wie nach einem Derby-Treffer.

Die Uhr tickt. Neapel gewann am Wochenende, der Vorsprung schmolz auf einen Punkt. Mailand spielt sich selbst in Sorge. Die nächsten fünf Partien entscheiden über den Scudetto. Martínez weiß: Seine zwölf Tore vor der Verletzung haben Inter auf Kurs gebracht, aber die fehlenden Tore in seiner Pause haben die Meisterschaft wieder spannend gemacht. Die Liga ist kein Marathon mehr, sie ist ein Zielsprint mit Stolpersteinen.

Am Oster-Sonntag wird er im Stadion sitzen, die Beine hochlagern, das Knöchelband kühlen. Dann folgt Montag, 9.30 Uhr, Trainingsplatz zwei. Erster Schritt Richtung Spielfeld, letzter Schritt Richtung Titel. Die Roma wird zur Generalprobe, danach Turin, Udine, Mailand. Wenn der Torjäger zurückkommt, muss er nicht nur treffen – er muss die Mannschaft tragen. Die Meisterschaft ist längst keine Statistik mehr, sie ist eine Frage der Gesundheit. Und die sieht gerade besser aus als erwartet.