Dsv-adler verpassen podest bei horngachers abschiedsvorstellung

Planica – Der Wind frisst deutsche Träume. Beim letzten Team-Spektakel des Winters landet die DSV-Equipe hinter Österreich, Japan und Norwegen auf Platz vier. Für Bundestrainer Stefan Horngacher, der am Sonntag offiziell das Zepter abgibt, bleibt ein fader Beigeschmack.

Geigers jubel wird zum stöhnen

Karl Geiger ballt nach 238,5 m in Durchgang eins die Fäuste – 40 Minuten später verzieht sich sein Mund zu einer Grimasse. 215 m im Finale, dazu heftiges Kopfschütteln: „Ich habe Meter liegen lassen, das nagt.“ Andreas Wellinger fliegt 230 m, dann 226,5 m – ordentlich, aber nicht explosiv genug, um die 40-Punkte-Lücke zu Norwegen zu schließen.

Die Bilanz: Pius Paschke (208,5/212,5 m) und Philipp Raimund (215,5/218 m) können keine Wende schaffen. Zwischenstopp, Windmessung, erneute Unterbrechung – das Finale zerfasert in Fetzen. „Mir fehlt die Ruhe im Flug“, sagt Paschke. „Ich arbeite gegen die Böen, statt zu fliegen.“

Österreichs quartett schreibt 1439,5 punkte

Österreichs quartett schreibt 1439,5 punkte

Daniel Tschofenig, Markus Müller, Stefan Kraft und Stephan Embacher lassen die Planica-Bakchen erbeben. 1439,5 Zähler – ein Ausrufezeichen, 13,9 Punkte vor Japan, 21,5 vor Norwegen. Der Weltmeister aus dem eigenen Land wird zur Nebenrolle: Domen Prevc patzt im Probedurchgang, rutscht im Finale auf Rang fünf.

Maximilian Mechler übernimmt am Hang das Kommando, während Horngacher am Sonntag seine Abschiedsparty feiert. „Wir wollen ihm ein Podest schenken“, sagt Mechler. Die Rechnung geht nicht auf – doch die Lücke von 40 Punkten wirkt wie ein Bänderriss: schmerzhaft, aber heilbar.

Für Horngacher bleibt ein Abschied mit offenem Ende. Sieben Jahre, vier WM-Titel, kein Olympiagold – und nun Rang vier im letzten Team-Flug. Die Zukunft heißt noch „unbekannt“, der Name des Nachfolgers steht auf der Zielgeraden. Die Saison ist vorbei, die Fragen nicht.