Wahi schießt sich aus frankfurt-flop zum wm-gegner: 26-mio-transfer wird 35-meter-lupe

26 Millionen Euro verbrannte Eintracht Frankfurt für Elye Wahi – und warf ihn trotzdem raus. Jetzt droht der 23-Jährige als Ivorer mit 35-Meter-Lupe gegen Deutschland.

Spitzel-aktion, traumtor und ein neuanfang in drei wochen

Am 14. März stand Wahi nach Knöchel-Op wieder auf dem Platz. 28 Minuten später lag der Ball hinter der Mittellinie in seinen Füßen, 35 Meter vor dem Tor. Er lupfte, der Angers-Keeper strampelte, das Netz zappelte – 2:0, Nizza. Das Video geht viral, vier Tore in 403 Ligue-1-Minuten, Torschützenkönig der Provence. Frankfurt kriegt Platzwunden, denn die Leihe läuft ohne Kaufoption.

Die Frankfurter Lebensversicherung wurde zur Milliarden-Risikopolice. 25 Pflichtspiele, ein Cup-Tor gegen Engers, null Ligareffer – und ein Ego, das sich mit Trainer und Sportdirektoren verkeilte. „Wir arbeiten mit Menschen, keine Maschinen“, sagt Markus Krösche, ohne zu lächeln. Was er nicht sagt: Für diese Menschenlehre überweisen die Hessen 26 Mio plus Gehalt, kassieren aber keine einzige Tor-Prämie zurück.

Geheimdienst statt champions league – und ein coach, der plaudert

Geheimdienst statt champions league – und ein coach, der plaudert

Zwischen den Toren schlüpft Wahi in die Rolle des Lauschers. Gegen PSG postiert er sich neben Luis Enrique, lauscht der Einwechsel-Anweisung für Senny Mayulu, filmt heimlich. Das Magazin „So Foot“ feiert die Aktion als Spionage-Stilübung, DGSE-Versuche hin oder her. Am Ende verliert Nizza 0:4 – der Spion kriegt zwar die Infos, aber keine Punkte.

Trainer Claude Puel lüftet den nächsten Vorhang: „Er hat sich Ziele gesetzt – mit der Nationalmannschaft, vielleicht mit uns, vielleicht woanders.“ Die Sprache ist französisch, die Botschaft klar: Nizza will, Wahi schielt, Frankfurt zahlt.

Elefanten statt adler – und das duell gegen deutschland schon in sicht

Elefanten statt adler – und das duell gegen deutschland schon in sicht

Schneller als gedacht wird der Ex-Paris Saint-Germain-Junior zum Elefanten. Nach Antrag des ivorischen Passes folgt die Nominierung für Testspiele gegen Südkorea und Schottland. Sollte Wahi dort seine Sprint-Qualität unter Beweis stellen, reist er mit der Elfenbeinküste zur WM – Gruppe C, Spieltag zwei: Deutschland wartet. Die deutsche Abwehr kann sich auf einen Angreifer einstellen, der in Top-Form aus 35 Metern einnetzt und aus 35 Zentimetern mithört.

Die Ironie: Frankfurt zahlte für einen Hoffnungsträger, bekommt aber einen Gegner. Die Summe von 26 Millionen Euro verflüchtigt sich nicht, sie wandert nur in die Statistik – und vielleicht in die Torschützenliste der WM. Für Wahi ist es die Revanche; für die Eintracht ein Verlust, der sich am 23. Juni um 21 Uhr in der Arena von Dortmund zeigen könnte. Dann steht er nicht mehr in Schwarz-Rot, sondern in Elefanten-Grün – und hat jeden Grund, das Leder erneut aus jeder Entfernung zu lupfen.