Laporta brüllt: messi-rauswurf war richtig – 672 tore später zieht er die bilanz

Fünf Jahre nach dem Abschied von Lionel Messi donnert Joan Laporta die Selbstgerechtigkeit durchs Camp Nou: „Die Entscheidung war richtig.“ Der Präsident des FC Barcelona zieht in einem Interview mit El País eine Bilanz, die bei vielen Culés noch immer wie ein Schlag ins Gesicht klingt.

Die finanzlüge als alibi

Die Kasse statt der Klasse – Laporta rechtfertigt den Gewinn von 672 Toren in 778 Spielen mit Bürokratie. „Wir mussten die Finanzen sanieren, ein Generationswechsel war nötig“, sagt er und verweist auf die Schuldenkrise, die den Klub nach der Corona-Pandemie an den Rand des Zahlungsverlusts trieb. Doch die Zahlen sprechen eine andere Sprache: Ohne Messi schrumpfte die Umsatzseite Marketing um 30 Prozent, das Sponsoring brach ein, die Europa-League wurde zur bitteren Realität.

Intern hätten Berater versucht, einen Verbleib zu konstruieren – Laporta blockte ab. „Ich wollte mit Leo eine neue Mannschaft bauen, aber es war nicht möglich“, sagt er und meint: nicht finanziell, sondern sportlich. Denn der Argentinier war 34, seine Beine nicht mehr so explosiv wie 2015, als er den Klub zum letzten Champions-League-Titel schoss. Die sportliche Leitung um Mateu Alemany argumentierte: Ein neuer Zyklus brauche neue Helden, nicht eine Lebende Legende mit Gehaltsobergrenze.

Der mythos, der nicht sterben will

Der mythos, der nicht sterben will

Doch das Camp-Nou-Publikum kauft die Erzählung nicht ab. In den sozialen Netzweren kursiert ein Video, das Messi in Miami zeigt – weißes Hemd, Sonnenbrille, lächelnd. Die Kommentare lauten: „Er spielt noch, wir nicht.“ Denn Barcelona scheiterte in den letzten drei Jahren an Paris, an Inter, an Bayern. Die spanische Presse spricht vom „Messi-Komplex“: Ein Verein, der sich selbst entzaubert.

Laporta aber bleibt hart. „Die Ergebnisse geben mir recht“, sagt er und meint die Qualifikation fürs Achtelfinale, die jüngsten Siege gegen Real Madrid. Doch die Frage bleibt: Hätte Messi nicht auch im Kollektiv der Jungen funktioniert? Pedri, Gavi, Lamine Yamal – sie alle wuchsen mit seinem Idol auf. Stattdessen trägt der GOAT jetzt die Rosa von Inter Miami, während Barcelona nach neuen Gesichtern sucht.

Die Wahrheit: Ein Präsident, der sich selbst bestätigt, und eine Stadt, die ihn nie verzeihen wird. Die 672 Tore sind Geschichte, die Schulden sind abgebaut – doch die Leere im Stadion bleibt.