Lammikko fällt vor wm aus – finnland verliert seinen kampfmaschine

Juho Lammikko wird nicht in die Schweiz reisen. Der 29-jährige Center, der die ZSC-Lions nach vier NHL-Jahren wiederbelebte, zog sich beim 2:3 gegen Tschechien eine undiagnostizierte Verletzung zu und fehlt Finnland bei der Heim-WM. Die Nachricht traf das Team am Montagabend wie ein Bodycheck gegen die Bande.

Das aus kommt zum schlechtesten zeitpunkt

Lammikko hatte gerade sein Form-Tor erzielt – ein Tip-In vor dem Tor, klassisch nach seiner DNA – als ihn der Check traf. 15 National-League-Spiele, vier Tore, fünf Assists, unzählige Scheiben gewonnen im Defensivslot: Diese Zahlen klingen bescheiden, sie täuschen. In Zürich ist er der erste PK-Forward, der Coach Hans Kossmanns System auf Biegen und Brechen mit Leben füllt. Ohne ihn droht dem Team Suomi ein Loch in der dritten Reihe, das man nicht mit Talent, sondern nur mit Schweiß stopft.

Die Finnen reagierten sofort: Teuvo Teräväinen, gerade mit 35 Punkten für die schwächelnden Blackhawks in die Sommerpause gegangen, wird nachnominiert. Seine 75 NHL-Spiele dieser Saison sind ein Fakt. Doch Teräväinen ist ein Künstler, kein Abräumer. Er gewinnt Bullys nicht, er blockt keine Schüsse mit dem Gesicht. Genau das aber macht Lammikko unverzichtbar.

Was finnland jetzt verliert

Was finnland jetzt verliert

Verlieren tut das Konstrukt Jukka Jalonen also mehr als nur einen Stürmer. Es verliert seine Referenz gegen tschechische und schwedische Top-Lines, jenen Spieler, der in 82 NHL-Kämpfen nie den Eindruck erweckte, ein Kreislufer zu sein. 24 Spiele für New Jersey, zwei Assists, dafür 47 Hits – die Statistik zeigt: Lammikko ist ein Werkzeug, kein Zierdelement.

In der NL fungierte er als Bindeglied zwischen Talent und Erfahrung. Bei den Lions war er es, der den jungen Rötheli und Biasca in der Kabine an die Wand nagelte, wenn deren Defensivarbeit nachließ. „Er redet nicht viel, aber wenn er redet, macht es klick“, sagte Biasca nach dem Playoff-Aus. Diese Stimme schweigt nun in der WM-Kabine.

Die schweiz profitiert indirekt

Die schweiz profitiert indirekt

Für die Schweiz ist der Ausfall ein Geschenk. Im möglichen Viertelfinal droht ein Duell, das ohne Lammikkos Shutdown-Qualitäten einfacher wird. Ein Spieler weniger, der Nino Niederreiter oder Kevin Fiala den Atem raubt. Ein Spieler weniger, der in eigener Zone die Scheibe aus dem Gewühl buddelt und sie 90 Meter weit in die gegnerische Zone klatscht. Genau diese Minuten fehlten Finnland 2022 im Halbfinale gegen Kanada – und kosteten die Medaille.

Die Verbandsärzte schweigen bislang über Art und Schwere der Blessur. Die einzige Gewissheit: Lammikko fliegt zurück nach Zürich, beginnt die Reha und verpasst damit seine diente WM. Die Karrierestatistik bleibt bei 26 Turnier-Spielen ohne Skalp in der Heim-WM. Und die ZSC-Lions? Die müssen in den Playoffs 2025 auf ihren emotionalen Anker verzichten, sollte die Verletzung länger dauern als gedacht.

Die WM startet am 10. Mai in Prag und Ostrau. Für Juho Lammikko bleibt nur der Platz vor dem Fernseher – und das ungute Gefühl, dass er gerade dann fehlt, wenn Finnland ihn am nötigsten hätte.