James rodríguez fällt wieder aus – minnesota zieht bilanz und die uhr tickt

Ein routinemäßiger Arzttermin reicht aus, um den nächsten Stopp in James Rodríguez’ verkorkstem MLS-Start zu markieren. Der Kolumbianer fehlte beim 1:2 in Columbus, sein fünftes Spiel ohne Einsatz seit seiner Ankunft in Minnesota – und das, obwohl er die ganze Woche normal mittrainiert hatte.

Die statistik wird zum stresstest

110 Minuten. Genau so lange stand James seit Saisonbeginn auf dem Platz. Für einen Designated Player, der mit 8 Millionen Dollar Jahresgehalt zu den Topverdienern der Liga zählt, liest sich diese Zahl wie ein Befund. Die Vereinsführung beteuert, keine neue Verletzung zu verstecken, doch die Reihe der Ausfälle lässt Fans und Analysten die Augenbrauen heben: verpasster Saisonstart wegen Visa und fehlender Spielpraxis, Prellung im Fuß, schwere Dehydration nach Länderspielreise – und nun ein „vorgeplanter Eingriff“, der ihn kurzfristig aus dem Kader wirft.

Coach Eric Ramsay musste gegen Columbus umbauen, zog Bongokuhle Hlongwane ins Zentrum und sah seine Mannschaft trotz Führung letztlich leer aus. Die Punkteausbeute sinkt, die Geduld der Anhängerschaft ebenso. In Foren fragen sich die Loons bereits, ob die Investition in die Südamerikalegende jemals sportlichen Gewinn abwirft oder nur das Merchandising befeuert.

Weltcup 2026 rückt näher

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Nestor Lorenzos Kaderplanung läuft parallel. Der kolumbianische Nationaltrainer benötigt seinen Kapitän in Form, nicht auf der Bank. Freundschaftsspiele gegen Costa Rica und Jordanien stehen an, James’ Einsatzzeit soll dort steigen. „Ich komme gut an, ich arbeite auf Höchsttouren“, postete der Spieler selbstbewusst – doch Selbstbewusstsein allein reicht nicht gegen die harte Tatsache von 110 Spielminuten in zwölf Liga-Partien.

Die nächste Bewährungschance: 10. Mai, Heimspiel gegen Austin FC. Sollte er da nicht durchstarten, droht ihm selbst im Nationalteam nur die Reservistenrolle. Für Minnesota wiederum wird jedes weitere Fehlen zum Imageschaden. Das Franchise wollte mit James ein Zeichen setzen, MLS-weit Aufmerksamkeit generieren. Stattdessen dominieren Fragen nach seinem Rücken, seinem Knöchel, seinem Kalender.

Die Uhr tickt. Die Liga rollt weiter. Und James Rodríguez steht am Rande des Feldes – mal wieder.