Laliga hypermotion pausiert sperren – zweitliga-profis dürfen zuschlagen

Kein Komitee, keine Sanktionen, keine Konsequenzen. Die Spieler der LaLiga Hypermotion erhalten diese Woche eine Gratis-Einlage: Gelb bleibt folgenlos, Rot wird gestrichen. Der Grund ist so banal wie brisant – das Komité de Competición der spanischen Fußball-Föderation trifft sich einfach nicht.

Die stillschweigende amnestie und ihre hintertür

Die offizielle Erklärung erreichte die 22 Klubs am Montag in Form einer knappen E-Mail. Keine Vorankündigung, keine Begründung. Was darin steht, ist ein Freifahrtschein für jeden, der bisher auf Sperrzeiten lauerte: Gelb-Rot? Fällt aus. Direkte Rote? Fällt aus. Fünfte Gelbe im Zyklus? Auch die fällt aus. Die Strafen werden bis Spieltag 35 auf Eis gelegt, wenn LaLiga ihre Retro-Rundemachen startet.

Für die Vereine klingt das nach Geschenk, für Trainer wie Alberto Garrido von Real Valladolid nach einem Zeitbomben-Spielplan: „Wir wissen nicht, wie viele Spieler wir am 35. Tag auf einmal verlieren.“ Der Effekt ist eine Ansammlung von Sperren im Endspurt des Aufstiegsrennens – genau dann, wenn jedes Tor über Millionen-Prämien und TV-Gelder entscheidet.

Warum jetzt und warum so kurzfristig?

Warum jetzt und warum so kurzfristig?

Der Kalender liefert die Antwort. Die FIFA-Fenster haben LaLiga gezwungen, eine Doppelrunde einzusetzen. Das Komitee, eigentlich für Montag terminiert, legt sich quer: Man habe „organisatorische Überschneidungen“ und verzichte auf die Sitzung. Der Nebeneffekt ist ein juristisches Vakuum, das die Liga selbst geschaffen hat. Klub-Anwälte sprechen von einem „ungewollten Präzedenzfall“ – denn wenn Sanktionen einmal willkürlich verschoben werden, lässt sich das künftig wiederholen.

Die Zahlen sind hart: 38 Spieler standen vor der Sperre, fünf davon als Topscorer ihrer Teams. Ihre Klubs sparen nun 170.000 Euro an vermiedenen Gehaltseinbußen durch Ausfälle – Geld, das direkt in die Winter-Transferkasse fließt. Gleichzeitig steigt das Verletzungsrisiko: Wer sich vorher zügelte, um nicht die fünfte Gelbe zu kassieren, kann nun ungehemmt Grätschen riskieren.

LaLiga selbst schweigt zu dem Vorfall. Auf Anfrage heißt es nur, man „respektiere die Entscheidung des Komitees“. Die Fans indes wittern eine Inszenierung: Die Retro-Runde am 35. Spieltag soll mit vollem Kader glänzen – auch wenn der Preis die Integrität der Vorrunde ist. Der Spieltag ist vorbei, die Rechnung kommt später. Und sie wird bezahlt mit Spielern, die plötzlich gemeinsam fehlen – und mit Punkten, die dann niemand mehr zurückholen kann.