Küver bleibt: wolfsburg sichert sich abwehr-talent bis 2028

Die Wolfsburger Wölfinnen binden ihre aufsteigende Abwehrchefin frühzeitig: Camilla Küver unterschreibt vorzeitig bis 2028 und stoppt damit alle Spekulationen um einen Wechsel. Der VfL setzt auf Kontinuität in der Innenverteidigung – und auf eine Spielerin, die sich nach Jahren der Verletzungsmisere diesen Platz hart erkämpft hat.

Der lange weg zurück in die startelf

Als sie 2023 aus Frankfurt an die Aller wechselte, galt die damals 20-Jährige als Jahrhundert-Talent. Doch statt Siegesposen gab es Krücken: Sprunggelenk, Meniskus, Knie, Schulter – ein Verletzungsmarathon, der sie zweimal für Monate außer Gefecht setzte. „Ich habe mich gefragt, ob ich überhaupt noch mal spielen kann“, sagt Küver rückblickend. Mental eine Zerreißprobe, körperlich ein Dauerkampf. Doch statt aufzugeben, biss sie sich durch.

In dieser Saison kam der Durchbruch: 14 Bundesliga-Einsätze, sechs in der Champions League, dazu ihr Debüt in der A-Nationalmannschaft – alles innerhalb eines halben Jahres. Bundestrainer Christian Wück stellte sie gegen Frankreich direkt in die Startelf. Die Message: Vertrauen zurückgewonnen, Anspruch gestellt.

Warum wolfsburg jetzt zuschlägt

Warum wolfsburg jetzt zuschlägt

Der VfL steht vor einem Umbruch. Mit Alexandra Popp verliert der Klub seine Ikone, Selina Cerci lehnte ab. Küver hingegen unterschreibt – und liefert damit ein Signal: Junge, hungrige Spielerinnen sind die Zukunft. Sportdirektor Ralf Kellermann schwärmt: „Sie hat sich in kürzester Zeit zu einer internationalen Top-Spielerin entwickelt.“ Die Zahlen geben ihm recht: laut Opta gewinnt Küver 68 % ihrer Zweikämpfe, in der Luft sogar 74 % – Spitzenwerte in der Liga.

Doch die Personalie Küver ist nur ein Puzzlestück. Die Verträge von Lineth Beerensteyn, Vivien Endemann und Caitlin Dijkstra laufen aus. Der VfL muss handeln, will sich in der Spitzengruppe halten. Die frühe Verlängerung der Abwehrchefin gibt Planungssicherheit – und verhindert, dass andere Klubs das Talent abwerben.

Für Küver ist der neue Kontrakt mehr als ein Stück Papier. Es ist die Belohnung für Monate im Reha-Zentrum, für Einheiten bis zum Umfallen, für den Glauben an sich selbst. „Ich will Verantwortung übernehmen“, sagt sie. Der VfL gibt ihr diese Bühne – und verlängert damit nicht nur einen Vertrag, sondern eine Geschichte, die gerade erst begonnen hat.