Werder wirft union mit 4:1 in den abstiegskeller – schiri-eklat überschattet berliner debakel

75 Minuten Überzahl, drei Tore, ein Platzverweis-Streit und ein Klatscher für Union: Werder Bremen entfacht im Abstiegskampf eine Sieg-Serie, die Union Berlin in den Keller zieht. Beim 4:1 in der Alten Försterei zerlegt die Bremer Mannschaft von Trainer Daniel Thioune die Berliner – und das, obwohl Union zunächst führte und dann mit einem Mann weniger agieren musste.

Die Wende kam in der 19. Minute, als András SchäferJens Stage am Mittelkreis unglücklich auf den Fuß trat. Schiedsrichter Timo Gerach zückte sofort Rot. Union-Kapitän Rani Khedira tobte: „Das ist keine Rote Karte. Er trifft ihn nicht über dem Knöchel – das ist eine Fehlentscheidung.“ Auch Trainer Steffen Baumgart schimpfte: „Für mich ist das Gelb. Der VAR hätte eingreifen müssen.“ Doch die Entscheidung stand – und Werder nutzte die numerische Überlegenheit gnadenlos.

Stage dreht das spiel mit kopf und herz

Nach dem Elfmeter-Führungstreffer von Derrick Köhn für Union schlug Werder binnen vier Minuten zurück: Erst hämmerte Olivier Deman den Ausgleich ins Netz, dann köpfte Jens Stage nach einer Ecke zur 2:1-Halbzeitführung. Die Berliner wirkten wie gelähmt, die Bremer wie entfesselt. Nach der Pause legte Marco Grüll das 3:1 nach, ehe Patrice Covic in der Nachspielzeit den Deckel draufsetzte.

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Werder erzielte vier Tore bei nur 1,5 erwarteten Toren (xG), Union kassierte beim zweiten Heimspiel in Folge vier Gegentore – und rutscht damit auf Platz 15 ab. Der Vorsprung auf den Relegationsplatz schrumpft auf vier Punkte. „Wir haben uns befreit, das ist ein Riesenschritt“, sagte Stage, der nach dem Spiel mit Tranen in den Augen seine Familie in der Kurve suchte.

Baumgart und khedira reden sich in rage – dfb-einschaltung wahrscheinlich

Baumgart und khedira reden sich in rage – dfb-einschaltung wahrscheinlich

Union-Coach Baumgart ließ nach dem Schlusspfiff kein gutes Haar an der Schiedsrichter-Leistung: „Wir reden wieder über Fehlentscheidungen statt über Fußball. Das ist frustrierend.“ Khedira drohte gar mit juristischen Schritten: „Wenn wir diese Punkte am Ende brauchen, werden wir die Entscheidung aufarbeiten.“ Der DFB wird die Szene prüfen, ein Einspruch ist wahrscheinlich – Erfolg unwahrscheinlich.

Für Werder bedeutet der Sieg den Sprung auf Platz 13 – und eine echte Trendwende. Unter Thioune holte die Mannschaft sieben Punkte aus den letzten drei Spielen, das Selbstvertrauen ist zurück. „Wir haben endlich die Tore gemacht, die wir uns erarbeitet haben“, sagte Thioune. „Jetzt wollen wir den Bogen nach vorne nutzen.“ Der Blick gilt bereits dem nächsten Kellerduell: gegen Bochum. Union dagegen muss nachlegen – sonst wird der Traum vom Europapokal zur Nebensache. Die Lage ist ernst: Nur vier Punkte trennen die Köpenicker vom Relegationsplatz. Und das, obwohl sie lange als sicher galten.

Die Bremer Fans sangen sich die Seele aus dem Leib: „Werder, Werder“ hallte durch die leerenden Ränge der Alten Försterei. In Berlin herrscht dagegen Ratlosigkeit. Baumgart wird die Karten neu mischen müssen – sonst droht der Absturz in die 2. Liga. Die Saison ist noch lang, aber die Luft wird dünn. Und die Schiris? Die stehen weiter im Fokus – ob sie wollen oder nicht.