Jackson vroman starb mit dem gesicht im wasser – ein leben ohne bremsen

Man fand ihn mit dem Gesicht nach unten in einem Swimmingpool. Jackson Vroman, 35 Jahre alt, Basketball-Profi, Sohn einer Legende – und vor allem ein Mensch, der das Leben so intensiv lebte, dass es ihn am Ende verschluckte. Als Todesursache gilt ein gefährlicher Drogenmix. Los Angeles, eine Stadt, die solche Geschichten kennt und trotzdem nie daraus lernt.

Der sohn von brett vroman und das erbe des basketballs

Sein Vater Brett Vroman spielte Mitte der 1980er-Jahre in Italien – Siena, Perugia, Mestre, Gorizia, Neapel. Wer den italienischen Basketball jener Ära verfolgte, kennt den Namen. Jackson wuchs mit dem Ball in der Hand auf, fast zwangsläufig. Aber während Brett das Spiel als Beruf verstand, war es für Jackson etwas anderes: ein Werkzeug, um das Leben zu finanzieren. Er spielte nicht, um zu existieren. Er existierte, um zu spielen – und um alles andere daneben auch noch mitzunehmen.

Morphium vom schwarzmarkt, burning man, training – in beliebiger reihenfolge

Morphium vom schwarzmarkt, burning man, training – in beliebiger reihenfolge

Was Vroman von anderen Profis unterschied, war nicht sein Talent auf dem Parkett, sondern seine Weigerung, sich auf das Parkett zu reduzieren. Nach dem Training ging es in den Club. Morphium kaufte er auf dem Schwarzmarkt. Das Burning Man Festival in der Wüste Nevadas ließ er sich kein einziges Mal entgehen. Das klingt nach Selbstzerstörung – und war es wohl auch, irgendwann. Aber es war gleichzeitig das Porträt eines Mannes, der sich von niemandem vorschreiben ließ, wie ein Sportler zu leben habe.

Die NBA hatte ihn gedraftet, 2004 an Position 31 von den Phoenix Suns. Er spielte für verschiedene Teams, reiste durch die Ligen dieser Welt, blieb nirgendwo wirklich. Nicht weil er nicht gut genug war. Sondern weil ein Leben in geregelten Bahnen für ihn schlicht keine Option war.

Ein tod, der keine überraschung sein sollte – und trotzdem trifft

Ein tod, der keine überraschung sein sollte – und trotzdem trifft

Das Tragische an Jacksons Tod ist nicht, dass er kam. Es ist, dass er so still kam. Kein Drama, kein letzter großer Auftritt. Nur ein Pool, ein stiller Morgen, ein lebloser Körper. Für jemanden, der alles mit maximaler Lautstärke gelebt hatte, ist das fast grausam in seiner Banalität.

Birgit Richter, die ich bin, schreibe seit Jahren über Sportler, die zwischen Ruhm und Abgrund balancieren. Jackson Vroman war kein Opfer des Systems. Er war jemand, der das System bewusst ignorierte – und dafür einen Preis zahlte, den niemand zahlen sollte. Was bleibt, ist ein Name, ein Bild vom Pool, und die Frage, wie viele andere gerade denselben Weg gehen, ohne dass jemand hinschaut.