El ghazi: arbeitsgericht gibt dem fußballer recht – mainz muss zahlen!
Ein juristisches Nachspiel mit bitterem Beigeschmack für den 1. FSV Mainz 05: Das Bundesarbeitsgericht in Erfurt hat die fristlose Kündigung von Anwar El Ghazi im November 2023 endgültig bestätigt. Damit hat der niederländische Fußballprofi einen wichtigen juristischen Sieg errungen und der Verein muss nun tief in die Tasche greifen.

Die entscheidung: el ghazi gewinnt den rechtsstreit
Die Entscheidung des Landesarbeitsgerichts Rheinland-Pfalz, das die Kündigung bereits im November 2023 für unwirksam erklärt hatte, ist nun rechtskräftig. Das bedeutet für Mainz: Sie müssen El Ghazi rückwirkend Gehaltszahlungen in Höhe von 1,5 Millionen Euro für den Zeitraum von November 2023 bis Juni 2024 leisten. Ein beträchtlicher Betrag, der die finanzielle Situation des Vereins zusätzlich belastet.
Der Fall hatte im vergangenen Herbst für Aufsehen gesorgt, als der Verein El Ghazi nach kontroversen Social-Media-Posts infolge des Hamas-Angriffs im Oktober 2023 fristlos kündigte. Zunächst war der Spieler lediglich abgemahnt worden, nachdem er sich für seine Äußerungen entschuldigt hatte. Ein erneuter, ähnlicher Post führte jedoch zur sofortigen Kündigung. Das Landesarbeitsgericht sah es jedoch so, dass das Recht auf freie Meinungsäußerung in diesem Fall die Interessen des Arbeitgebers überwiege.
Die Meinungsfreiheit als entscheidender Faktor: Es ist ein bemerkenswertes Urteil, das die Grenzen der Unternehmenskontrolle über die Meinungsfreiheit der Mitarbeiter verdeutlicht. Mainz argumentierte, dass die Äußerungen El Ghazis dem Ruf des Vereins geschadet hätten, doch die Richter erkannten dem Spieler ein stärkeres Recht auf freie Meinungsäußerung zu.
El Ghazi spielt mittlerweile bei Al-Sailiya SC in Katar. Ob der Verein die Zahlung von 1,5 Millionen Euro akzeptieren wird, ohne weitere rechtliche Schritte einzuleiten, bleibt abzuwarten. Fakt ist: Dieser Fall wird in der juristischen Diskussion über die Grenzen der Meinungsfreiheit am Arbeitsplatz lange nachhallen. Die Mainzer Führung wird sich nun intensiv mit den Konsequenzen auseinandersetzen müssen, während El Ghazi seinen Weg im Profifußball fortsetzt – finanziell deutlich bessergestellt.
