Tambellini: der unterschätzte x-faktor im hcd-playoff-debakel?

Die Enttäuschung im HCD-Lager ist riesig. Nach dem dramatischen verlorenen Finale gegen Genf-Servette stellt sich vielen Fans eine Frage: Hätte man anders taktieren können? Ein Name, der in dieser Diskussion immer wieder auftaucht, ist der des kanadischen Stürmers Adam Tambellini – ein Spieler, dessen Rolle im Laufe der Playoffs Fragen aufwirft.

Der reservist mit dem goldenen tor

Der reservist mit dem goldenen tor

Tambellini, in der regulären Saison zwar nur fünftbester Scorer der Import-Fraktion, fand sich in den Playoffs oft auf der Bank wieder. Trainer Josh Holden stand vor einem vermeintlichen Luxusproblem: Brendan Lemieux bot eine körperbetontere Alternative. Doch wenn Tambellini zum Einsatz kam, bewies er stets sein Können. Besonders in Erinnerung dürfte sein spielentscheidender Treffer in Überzahl im fünften Finalspiel geblieben sein – ein Moment, der dem HCD die Chance auf den Titelvergleich eröffnete.

Seine Bilanz von zehn Scorerpunkten in acht Playoff-Spielen, darunter vier Treffer, ist beachtlich. Doch das eigentliche Ausrufezeichen setzte Tambellini mit seiner herausragenden Schusseffizienz. In einer Rangliste, die Spieler mit mindestens 15 Torschüssen berücksichtigt, führte er die Liste an – ein Indiz für seine Präzision und sein gutes Auge.

Lo que nadie cuenta es. dass dieser effizienteste Spieler der Playoffs im entscheidenden siebten Finalspiel überraschend auf der Tribüne Platz nehmen musste. Die Entscheidung von Trainer Holden, ihn nicht in die Startaufstellung zu berufen, wird nun von vielen Fans kritisiert. Vincent Praplan, ein weiterer Davoser Spieler, reiht sich hinter Tambellini in der Effizienz-Rangliste ein. Es bleibt die Frage: War dies der richtige Schachzug?

Die Personalie Tambellini wird den einen oder anderen Davoser Fan noch lange beschäftigen – vor allem jene, die sich so sehr den 32. Meistertitel gewünscht hatten. Sein Genf-Servette HC präsentierte sich als eine starke Truppe, die ihre Chancen konsequent nutzte. Die Tatsache, dass zwei Davoser Spieler sich unter die Top Sechs der Playoffs katapultierten, unterstreicht die individuelle Klasse im Team, doch letztendlich reichte es nicht zum Titelgewinn. Die Analyse der Entscheidungen im Finale wird zeigen, ob es taktische Fehler gab, die den Ausschlag gaben.

Die Niederlage ist schmerzhaft, aber sie bietet auch die Chance, aus den Fehlern zu lernen und gestärkt in die nächste Saison zu gehen. Die Fans werden sich erinnern – an das Potenzial, das im Team steckt, und an den Spieler, der im entscheidenden Moment auf der Tribüne saß.