Desg unter druck: große soll vorwürfe zur olympiabeteiligung ausräumen

Ermittlungen nach ard-recherche: desg-präsident große muss sich stellen

Berlin – Der Deutsche Eisschnelllauf- und Shorttrack-Gemeinschaft (DESG) steht unter massivem Druck. Nach aufwühlenden Recherchen des ARD-Magazins sehen sich Verbandspräsident Matthias Große und seine Führungsetage mit schweren Vorwürfen konfrontiert. Es geht um zurückgehaltene Haushaltspläne, nicht ausgezahlte Prämien und mangelnde Kommunikation während der Olympischen Winterspiele in Italien. Große wird sich am Donnerstag um 11 Uhr in einer Pressekonferenz zu den Vorwürfen äußern.

Athleten fordern aufklärung

Athleten fordern aufklärung

Der Athletensprecher Hendrik Dombek machte bereits öffentlich seinen Unmut über die Verbandsführung geltend. Er und die Athletenvertretung erwarten nun eine umfassende Stellungnahme zu allen offenen Punkten. "Für die Athletenvertretung steht im Mittelpunkt, das Beste für alle Athletinnen und Athleten von beiden Sportarten zu erreichen und konstruktiv an Lösungen für die angesprochenen Kritikpunkte mitzuwirken," so Dombek gegenüber SID.

Politik und dosb sensibilisiert

Politik und dosb sensibilisiert

Die Brisanz der Situation wird auch von der Politik erkannt. Staatsministerin Christiane Schenderlein (CDU) prüft den Sachverhalt. Auch der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hat sich "sensibilisiert" gezeigt. Dombek begrüßt diese Entwicklung: "Wir sind überzeugt, dass es für alle Beteiligten hilfreich ist, wenn unabhängige Stellen zur Klärung und Lösung beitragen.".

Großes erbe und anhaltende kritik

Matthias Große, seit 2020 Präsident des DESG und Lebensgefährte der Eisschnelllauf-Olympiasiegerin Claudia Pechstein, hatte sich zum Ziel gesetzt, den Verband zu alter Stärke zurückzuführen. Der DESG wartet seit 2010 auf eine Olympiamedaille. Seine Amtsführung ist jedoch seit Längerem umstritten.

Frustration bei den athleten

Der unabhängige Verein Athleten Deutschland bestätigt die Unzufriedenheit. Geschäftsführer Johannes Herber erklärte: “Die Athletinnen und Athleten aus der DESG, mit denen wir gesprochen haben, sind sehr frustriert. Sie wollen eigentlich mitgestalten, und es wurde ihnen immer wieder die Tür vor der Nase zugeschlagen.” Dies unterstreicht das tiefe Misstrauen gegenüber der Verbandsführung.

Mögliche konsequenzen und die zukunft des desg

Die kommenden Tage werden entscheidend für die Zukunft des DESG sein. Die Pressekonferenz von Matthias Große wird genau beobachtet. Die Aufklärung der Vorwürfe ist essentiell, um das Vertrauen der Athleten und der Öffentlichkeit zurückzugewinnen. Die Situation könnte weitreichende Konsequenzen haben, sowohl für die Verbandsspitze als auch für die Entwicklung des Eisschnelllaufs und Shorttracks in Deutschland. Es bleibt abzuwarten, ob die angekündigte "vollumfängliche Äußerung" die notwendige Transparenz schafft.