Como plantiert den kader für die champions league: azon und cuenca sollen den spanischen geist retten

Der FC Como wartet nicht. Während Cesc Fàbregas in Cremona noch um die Champions-League-Quali kämpft, schickt Sportdirektor Ludi zwei neue spanische Jungstars ins Trainingslager nach Mozzate – und damit ein deutliches Signal an die Serie A: Wir bleiben uns treu, egal wie hoch der Etat steigt.

Azon kehrt als englischer faustkeil zurück

Ivan Azon, 2002 in Saragossa geboren, landete nach nur fünf Monaten Ipswich-Town-Premier-League-Marathon wieder am Lago di Como. 40 Pflichtspiele, fünf Tore, vier Vorlagen – das ist kein Transfer, das ist ein Lehrgangsabschluss mit Bestnote. „Er hat gelernt, sich gegen 1,90-Meter-Monster durchzusetzen“, sagt ein Scout, „und gleichzeitig seine Bewegung ohne Ball verfeinert.“ Fàbregas wollte ihn nie gehen lassen, doch die Konkurrenz durch Álvaro Morata blockierte den Platz. Nun ist Morata nach einer enttäuschenden Saison selbst ins Fadenkreuz geraten, Azon soll mit Douvikas rotieren – und nebenbei Moratas Zukunft beschleunigen.

Die Ablöse von zwei Millionen Euro im Februar war ein Poker: Como sicherte sich die Rechte, während Azon den Kreisbandriss auskurieren konnte. Risiko? Ludi rechnete vor, dass ein gesunder Azon im Sommer 25 Prozent mehr kosten würde. Die Rechnung geht auf, weil das Kapital jetzt auf dem Platz statt auf der Rechnung steht.

Cuenca kommt als barça-dna mit erst 17 jahren

Cuenca kommt als barça-dna mit erst 17 jahren

Andres Cuenca debütierte in der Champions League, bevor er seinen Reisepass für die Einschulung abholte – ok, ein kleiner Scherz, aber der Verteidiger ist tatsächlich erst 17. Sein Profi-Debüt gegen Young Boys war kein Marketing-Gag, sondern Notwendigkeit: Xavi schätzte seine Kaltschnäuzigkeit beim Spielaufbau. Como sicherte sich die Zusage bereits im Winter, schickte ihn aber zu Real Sporting Gijón, damit er statt Werbetafeln Zweitliga-Stürmer spürt. Fünf Startelf-Einsätze nach Oberschenkel-OP, Passquote 92 %, 1,86 m, aber Ballbehandlung wie ein Sechser – das klingt nach Gerard Piqué auf Zeitlupen-Tempo.

Die Abwehr ist Comos Achillesferse. Diego Carlos‘ Leihe endet, Kempf flirtet mit Bologna, Goldaniga kam in dieser Saison auf gerade einmal 14 Minuten. Cuenca muss nicht sofort liefern, aber er soll die Hierarchie erschüttern. Fàbregas liebt Spieler, die sich in der eigenen Hälfte nicht verstecken. Cuencas Vorbild heißt nicht Ramos, sondern Martínez – Lösungen statt Lärm.

Italo-quote oder identität? como wählt den kulturkampf

Italo-quote oder identität? como wählt den kulturkampf

Die UEFA-Liste zwingt die Larianer, mindestens vier italienische Akteure einzubauen. Cambiaso, Cambiaghi, Parisi – die Namen kursieren. Doch die wahre DNA trägt weiter die spanische Flagge. Sergi Roberto, Morata, Moreno fungieren als Mentoren, Ramon, Valle, Rodriguez als Next Gen. Das Camp in Mozzate wird klingen wie ein Andalusien-Treffen – nur mit Blick auf die Alpen.

Como hat die Segel gesetzt: Champions-League-Startgeld plus neue TV-Deals ergießen rund 70 Millionen Euro. Doch statt mit Prestige zu prahlen, investiert der Klub in Kontinuität. Azon und Cuenca stehen stellvertretend für ein Credo: Lieber eigene Juwelen schleifen, als fremde Superstars vergolden.

Beide Talente treffen am Montag auf Rasen, der noch nach Sommerduft riecht. Wenn sie bestehen, wird Como nicht nur in Mailand für Aufsehen sorgen, sondern in ganz Europa als Lehrstelle für mutige Kaderplanung gelten. Der erste Pflichtspieltag ist in 82 Tagen. Die Uhr tickt. Die Lösung heißt nicht Panik, sondern Paz – und Cuenca.